Jetzt hat Kabel Deutschland im Streit um die HDTV-Übertragungskosten offensichtlich doch eingelenkt und dem Druck aus Politik, Medien und der Kunden nachgegeben.
Zum Start der olympischen Winterspiele wird das Programm von ARD, ZDF und ARTE nun auch hochauflösend in das Kabelnetz von Kabel Deutschland eingespeist. Die Programme werden für die Kunden unverschlüsselt und ohne weitere Kosten ausgestrahlt.
Wie es in einer aktuellen Pressemeldung heißt, haben sich die Verbreitungskosten aufgrund der von Kabel Deutschland im Hinblick auf HDTV implementierten Preisstruktur für die Programmveranstalter nicht erhöht. Die Einspeisung der öffentlich-rechtlichen HDTV-Programme sei damit “langfristig im Rahmen der bestehenden Verträge geregelt”, so Kabel Deutschland.
Bislang hatte Kabel Deutschland die Einspeisung der öffentlich-rechtlichen HD-Sender von einer Beteiligung an Mehrkosten für die HD-Ausstrahlung abhängig gemacht.
Pünktlich zum Start der olympischen Winterspiele am 12. Februar speisen die Schweizer Kabelanbieter Cablecom und Swisscom die HD-Kanäle von Deutschlands öffentlich-rechtlichen Hauptsendern in ihre Netze ein.
Die Kanäle werden auch in den meisten unabhängigen Netzen empfangbar sein wie z.B. beim Schweizer Digital-TV-Anbieter Quickline, der ARD HD und ZDF HD bereits in der Testphase aufgeschaltet haben soll.
Zusätzlich will man bei Swisscom auch den österreichischen Doku- und Kulturkanal ServusTV in HDTV anbieten, bei Cablecom vorerst nur in regulärem Digital-TV.
Wie der Branchendienst DIGITAL FERNSEHEN berichtet, plant das ZDF sein Programm bis 2014 vollständig auf HDTV umzustellen.
Ab dem 12. Februar 2010 geht das ZDF wie auch die ARD in den HDTV-Regelbetrieb. Dennoch wird auf ZDF HD natürlich nicht komplett in nativem HD ausgestrahlt werden. Während die ARD plant, 50 bis 70 Prozent natives HD zu senden, ist der Anteil beim ZDF noch offen.
Bis 2014 will das ZDF nach Aussage von ZDF-Produktionsdirektor Andreas Bereczky voll auf HD umgestellt haben. Da die finale Einstellung des digitalen SDTV stark marktabhängig sei, werde es dennoch bis auf Weiteres Ausstrahlungen in SD-Qualität geben. “Ähnlich der analogen Ausstrahlung wird es aber auch eine Simulcastphase in HD und in SD über mehrere Jahre hinweg geben”, so Bereczky.
Derzeit sei HDTV ein “Zusatzangebot” für Leute, die bereits HDTV-fähige Technik im Einsatz haben. Weitere HD-Programme im Programmportfolio des ZDF seien nicht vor der Beendigung der analogen Satellitenausstrahlung zum 30. April 2012 zu erwarten. Die Einsparungen möchte das ZDF dann in die Ausstrahlung weiterer Programme in HDTV, möglicherweise ZDFneo, ZDFinfo und ZDF Theaterkanal, investieren.
Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus plant ab Februar die Einspeisung der hochauflösenden Pendants von RTL, Sat.1, ProSieben, Vox und kabel eins in seinen unabhängigen Kabelnetzen.
Damit wäre Tele Columbus der erste deutsche Kabelnetzbetreiber, der die HDTV-Varianten der Privaten von RTL und ProSiebenSat.1 anbietet. Bislang sind die Programme ausschließlich über die Satelliten-Plattform HD+ empfangbar.
Die privaten HD-Programme sollen Teil des digitalen Basispakets DigitalTV Basic werden, das sich für 4,99 Euro pro Monat abonnieren lässt.
Eine Erhöhung der Abo- bzw. Kabelgebühren ist laut Dietmar Schickel, Geschäftsführer der Tele Columbus, nicht vorgesehen.
Nach den bislang vorliegenden Informationen wird es die umstrittenen Kopier- und Signalschutzforderungen der Privatsender auch im Kabelnetz geben.
Die öffentlich-rechtlichen HDTV-Sender Das Erste HD und ZDF HD werden zu den olympischen Winterspielen in den größten Teil der integrierten Netze von Tele Columbus eingespeist.
Auch Kabel BW möchte noch in diesem Jahr sein HDTV-Angebot weiter ausbauen. Es liegt nahe, dass auch hier die HDTV-Programme der Privaten Teil dieses erweiterten Senderportfolios sein werden.
Nach einem Bericht von Sat+Kabel plant der deutsch-österreichisch-schweizerische Kultursender 3sat eine Verbreitung seines Programms in HDTV.
In einer Antwort auf eine Anfrage an die Zuschauerredaktion des ZDF, das federführend den von ARD, ZDF, ORF und SRG gemeinschaftlich betriebenen Sender leitet, wird mitgeteilt, dass nach aktuellem Stand das 3sat-Programm frühestens Ende 2012 bzw. Anfang 2013 zusätzlich in HD verbreitet werde.
Allerdings gebe es leider noch keine konkrete Entscheidung für eine HD-Ausstrahlung von 3sat, wie der Sender betont.
Nach einem Bericht von DIGITAL FERNSEHEN soll das als Nachrüstlösung geplante Legacy-Modul für den Empfang der HDTV-Plattform HD+ nur online erhältlich sein.
DIGITAL FERNSEHEN bezieht sich hierbei auf eine Anfrage des Informationsdienstes DIGITAL INSIDER. Dem gegenüber teilte Timo Schneckenburger, Geschäftsführer der HD Plus GmbH, mit, dass die Verbraucher bis Ende Februar über eine Website überprüfen können, ob vom Hersteller ihres bestehenden HDTV-Receivers ein entsprechendes Software-Update für den Empfang von HD+ angeboten wird.
Soweit verfügbar kann dann das zum jeweiligen Gerät passende Modul inklusive HD+-Karte zum Preis von unter 100 Euro gekauft werden. Die Legacy-Module sind voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2010 erhältlich.
Nachdem die Deutsche Telekom angekündigt hat, die HD-Sender Das Erste HD, ZDF HD und Arte in HD ab Februar in ihr Triple-Play-Angebot T-Home Entertain aufzunehmen, wird es für den Kabelanbieter Kabel Deutschland zunehmend ernster.
Verärgerte Kunden von Kabel Deutschland hatten sich in einer Online-Petition für HDTV bei Kabel Deutschland stark gemacht. Auch vom Bundesverband der Verbraucherzentralen wurde KDG für seinen HD-Boykott gerügt.
Indes eiert man bei Deutschlands größtem Kabelanbieter weiter um das leidige Thema der HDTV-Einspeisung der Öffentlich-Rechtlichen Sender herum und schiebt den Schwarzen Peter ARD und ZDF zu.
In einem lesenswerten Kommentar hat sich nun Stefan Goedecke, Geschäftsführer des Branchendienstes DIGITAL FERNSEHEN zum HDTV-Irrsinn bei Kabel Deutschland – Letzter Ausweg “Kündigung” geäußert.
Pünktlich zum Beginn des neuen Jahres wurden die Kanäle von Sat.1 HD, ProSieben HD und Kabel Eins HD mit einer unverschlüsselten Testsequenz bei HD+ aufgeschaltet.
Die neuen HDTV-Sender von ProSiebenSat.1 werden auf Astra 19,2° Ost, Frequenz 11464 Megahertz horizontal (SR 22.000, FEC 2/3, Modulation DVB-S2 – 8PSK) über DVB-S2 ausgestrahlt.
Zum 31. Januar 2010 sollen die hochauflösenden Pendants von Sat.1, ProSieben und Kabel Eins regulär über die Satelliten-Plattform HD+ auf Sendung gehen.
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