Archiv für das ‘Verschlüsselung’-Tag

HD-Paket bei Unitymedia bald ohne Zwangsreceiver?

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia will seinen Kunden in Nordrhein-Westfalen und Hessen zukünftig den Empfang der hochauflösenden Programmangebote offenbar auch auch ohne Zwangsreceiver ermöglichen.
Das teilen heute der Branchendienst DIGITAL FERNSEHEN und das Magazin Sat+Kabel unter Berufung auf eine Twitter-Nachricht eines Unitymedia-Mitarbeiters mit.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Beschwerden über die von Unitymedia mit einer Monatsgebühr von sechs Euro vermietete Einheitsbox und deren technische Mängel.

Wie User im inoffiziellen Unitymedia-Forum vermuten, werden die HD-Pakete ab dem 1. Dezember 2010 alternativ als “nur Karten”-Vertrag angeboten. Es wird weiter spekuliert, dass in dem neuen Angebot nur noch Smartcards vom Typ UM02 unterstützt werden; diese Karten funktionieren in Kombination mit einem Alphacrypt-Classic-Modul und in den zertifizierten Receivern von Unitymedia. Der auch mit dem günstigeren Alphacrypt-Light funktionierende Kartentyp I02 wird sich indes voraussichtlich nicht freischalten lassen.

Eine offizielle Bestätigung seiten Unitymedia liegt noch nicht vor. Auf Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN hieß es lediglich, dass man derzeit mehrere technische Optionen für die Verbreitung von den bei Unitymedia eingespeisten HD-Sendern prüfe. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne man aber auch aufgrund laufender Gespräche mit den privaten Sendeunternehmen noch keine konkreten Aussagen hierzu treffen.

Sky: Experimente mit Verschlüsselungstechnologie

Nach einem Bericht des Magazins Sat+Kabel experimentiert der PayTV-Anbieter Sky mit seiner Verschlüsselungstechnologie.

Sky schützt seine Signale mit Nagravision und Videoguard. In den vergangenen Tagen änderte das Unternehmen die sogenannten ECM-Abfrageintervalle, die zuerst auf 15 Sekunden nach oben gesetzt und in der Nacht auf Dienstag wieder die vorherigen sieben Sekunden reduziert wurden.

Parallel zu den eigentlichen Nutzdaten werden gesonderte Datenpakete (ECM – Entitlement Control Message) im codierten Datenstrom versendet, mit deren Hilfe ein Kontrollwort für das endgültige Entschlüsseln des Datenstroms ermittelt wird.
Ein schneller Wechsel der ECM soll – wie es weiter heißt – den Schutz vor Hackern erhöhen, ohne gleichzeitig den Empfang bei legalen Abonnenten zu unterbrechen.

Eine Begründung für die Versuche wurde bislang nicht angegeben.

Bundeskartellamt ermittelt gegen Privatsender

Am gestrigen Mittwoch hat das Bundeskartellamt mit richterlichem Beschluss Hausdurchsuchungen bei den Privatsendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 durchführen lassen.

Beide Unternehmen stehen im Verdacht gemeinsame Absprachen getroffen zu haben, ihre digital ausgestrahlten Free-TV-Sender nur noch verschlüsselt und gegen zusätzliches Entgelt empfangbar zu machen. Im Weiteren sollen sich die Sender darüber geeinigt haben, durch technische Maßnahmen wie Kopierschutzfunktionen und Anti-Werbe-Blocker die Nutzungsmöglichkeiten der Programmsignale zu beschränken. Leidtragende seien die Kabelnetz- und Satellitenbetreiber sowie mittelbar die Fernsehzuschauer, erklärte eine Sprecherin des Bundeskartellamts.

RTL und ProSiebenSat.1 waren bereits im Jahr 2007 im Visier des Bundeskartellamts und der Staatsanwaltschaft. Damals verhängte die Wettbewerbsbehörde aufgrund kartellrechtswidriger Rabattvereinbarungen Geldbußen von insgesamt 216 Millionen Euro gegen die Werbezeiten-Vermarkter IP Deutschland sowie SevenOne Media der beiden Sendergruppen.

Nach Auffassung einiger Branchenkenner lassen die eingeleiteten Ermittlungen des Bundeskartellamts darauf schließen, dass die beiden Privatsender das nach eigenen Angaben gut angelaufene Geschäft mit HD+ offensichtlich auch für die bislang frei empfangbaren Free-TV-Sender übernehmen wollen.

Verschlüsselung bei ARD/ZDF langfristig unvermeidlich

Der bayerische Medienminister Siegfried Schneider (CSU) hält eine allgemeine Verschlüsselung auch des gebührenfinanzierten Fernsehens in Deutschland langfristig für unvermeidlich und sieht darin zudem erhebliches Einsparpotential. “Vor allem die Anbieter von Premiumrechten, seien es Hollywoodspielfilme oder Sportereignisse, werden künftig auf die Verschlüsselung drängen oder sich den freien Empfang teuer bezahlen lassen”, so Schneider in einem Interview mit dem Branchendienst DIGITAL FERNSEHEN.

Nach Meinung von Schneider müssen gebührenfinanzierte Programme für den Gebührenzahler zwar frei empfangbar sein, was durchaus aber auch über eine Verschlüsselung nach österreichischem Beispiel machbar sei. Jedoch verhindere in Deutschland eine emotionale Herangehensweise an das Thema die sachliche Diskussion über deren Vor- und Nachteile. So könne der ORF durch den auf Österreich begrenzten Erwerb von Senderechten erheblich Kosten einsparen.

Die dann durch die Verschlüsselung eingesparten Gelder müssten laut Schneider dem Gebührenzahler zugute kommen, da das Programm und die neue Übertragungstechnik finanziert blieben. Allerdings betont Schneider auch, dass die Verschlüsselung die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) nicht überflüssig mache.

ARD und ZDF lehnen Verschlüsselung ab

“Grundsätzlich lehnen ARD/ZDF die Verschlüsselung ihrer Programme generell ab”. Dies erklärte der ARD-Sprecher Harald Dietz gegenüber DIGITAL FERNSEHEN in einem Interview, das morgen unter www.digitalfernsehen.de veröffentlicht wird.

Wie bekannt übertragen der Österreichische Rundfunk (ORF) und das Schweizer Fernsehen (SF) ihre Programme verschlüsselt. Dennoch werde es keine Probleme mit dem ORF und dessen Erwerb der HDTV-Rechte für die Fußball-WM geben, so Dietz. “Wie schon im Vertrag für die WM 2006 haben sich ARD/ZDF auch für den Vertrag über die WM 2010 das Recht zur unverschlüsselten Satellitenübertragung gesichert”. Zudem seien ARD und ZDF berechtigt, die Spiele in HDTV-Qualität auszustrahlen.

Streaming von PayTV-Sendungen mit NetClient

Wie von offizieller Seite über das RMM-Supportforum im Beitrag ‘Reel MultiRoom Möglichkeiten..‘ mitgeteilt, ist das Streaming verschlüsselter Programme zum NetClient definitiv möglich.

Beim Test des NetClients der Fachzeitschrift satvision war das Streaming von PayTV-Sendungen mit Hinweis auf das Zugangskontrolldiensteschutz-Gesetz (ZKDSG) angeblich nicht möglich.
Zur Auslieferung soll die Einschränkung der Software aufgehoben sein. Bei Reel-Multimedia würde bereits intern mit dieser Version gearbeitet, wie es in dem Forenbeitrag heißt.

So soll man problemlos mit einem AlphaCrypt und einer Sky-Abokarte auf der ReelBox Avantgarde Sendungen ansehen oder aufnehmen können, während diese gleichzeitig auf den NetClients zur Verfügung stehen; vorausgesetzt, die Sendungen laufen auf dem gleichen Transponder.

RMM sieht Gerätekopplung bei HDTV kritisch

“Grundsätzlich ist jeder Schritt in Richtung hochauflösendes Fernsehen in Deutschland ein Schritt in die richtige Richtung und somit zu begrüßen”, wie ein Sprecher von Reel Multimedia gegenüber DIGITAL FERNSEHEN erklärt.

Allerdings sieht man auch hier die Kopplung an bestimmte Geräte oder Empfangswege kritisch. “Es wäre dabei wünschenswert, den Empfang kommerzieller HDTV-Sender nicht an bestimmte Geräte oder Empfangswege zu binden, um die rasche und längst überfällige Verbreitung von HDTV nicht weiter zu verzögern”, heißt es weiter.

Ob Reel Multimedia mit seiner ReelBox Avantgarde das neue HD+-Angebot des Satellitenbetreibers SES Astra unterstützen wird, könne man aktuell leider nicht abschließend beantworten: “Falls die für die Entschlüsselung benötigte Hardware herstellerübergreifend in Form von Smartcard und CA-Modul angeboten wird, dürfte einer Nutzung der neuen HD-Sender mit der ReelBox Avantgarde nichts im Wege stehen”.

Den kompletten Artikel findet man im News-Bereich von DIGITAL FERNSEHEN.

Mascom kritisiert CI+ scharf

In einem Interview des Online-Magazins digitalmagazin.info kritisiert Heinz Gruber, Geschäftsführer des Modul-Herstellers Mascom, die neue Common Interface-Variante CI+ mit scharfen Tönen.

So würden die Zuschauer durch den von ein paar Firmen angedachten Möchtegern-Standard CI+ total eingeschränkt und entmündigt. “CI+ bedeutet, dass die TV-Sender die totale Kontrolle über das Empfangsgerät haben”, erklärt Gruber.
So hätten Sender wie RTL via CI+ die Möglichkeit zu bestimmen, wie lange eine Aufnahme auf der Festplatte gültig ist und könnten so zum Beispiel Spielfilme nach sieben Tagen automatisch löschen. Weiter sei es möglich, das Überspringen von Werbepausen zu unterbinden, um diese nur noch in Originalgeschwindigkeit wiedergeben zu lassen.
“Falls ein Receiver sich später als hackbar herausstellt, kann er ‘dank CI+’ vom Pay-TV-Anbieter über Satellit deaktiviert werden. Das ist nichts anderes als eine Entwertung, ohne dass sich der Eigentümer wehren kann,” so Gruber weiter.

Realistische Chancen räumt Gruber CI+ allerdings auch nicht ein. Es “trägt lediglich zur weiteren Kundenverwirrung bei und bremst die Digitalisierung.” Gruber hofft nun auf das Bundeskartellamt, das derzeit eine branchenweite Befragung zu CI+ durchführt.

Das komplette Interview kann auf der Homepage von INFOSAT Online nachgelesen werden.

Grundverschlüsselung bei Kabel BW in Diskussion

Laut einem Artikel des “Mannheimer Morgen” vom 23.1.2009 will der Kabelnetzbetreiber Kabel BW die Grundverschlüsselung aller privaten Sender im digitalen Fernsehen ab 2010 einführen.
Zur Freischaltung der Sendungen würde dann jeder Kunde eine Smartcard und natürlich einen von Kabel BW freigeschalteten Receiver benötigen. Auch die Möglichkeit, einzelne Kabelanschlüsse gezielt mit Werbung ansteuern zu können, wird dem Bericht nach in Betracht gezogen.

Mittlerweile hat Kabel BW in einer Stellungnahme gegenüber dem Online-Magazin digitalmagazin.info widersprochen, dass eine Verschlüsselung des frei empfangbaren Digital-Angebots im Jahr 2010 vorgesehen sei.
Wie ein Kabel BW-Sprecher erklärte, sei eine Verschlüsselung von TV-Angeboten generell von den Wünschen der Sender und der TV-Kunden abhängig, bei entsprechender Nachfrage sei dies im Jahr 2011 vorstellbar. Die entsprechenden technischen Voraussetzungen seien bis dahin verfügbar. Konkrete Detailinformationen stünden aber aufgrund des mittelfristigen Planungshorizonts derzeit noch nicht fest.
Für interaktive Dienste wie “TV on Demand” sei die Adressierbarkeit von Kunden jedoch grundsätzlich die Voraussetzung, um den individuellen Abruf von TV-Inhalten möglich machen zu können. “Kabel BW plant noch in diesem Jahr hier mit einem Angebot zu starten”, so der Sprecher abschließend.

Somit kann man sicher davon ausgehen, dass auch Kabel BW, ob noch in 2010 oder erst ab 2011, wie alle großen Kabelgesellschaften in Deutschland die privaten TV-Sender, vielleicht auch das gesamte frei empfangbare Digital-Angebot, verschlüsselt.
Fehlt ja eigentlich nur noch die Kodierung via DVB-S und DVB-T . . .

Frustrierte Kunden beim digitalen Kabelfernsehen

Das digitale Kabelfernsehen soll nicht nur bessere Bild- und Tonqualität bieten, sondern auch eine größere Programmvielfalt. Aber wie die Zeitschrift AUDIO VIDEO FOTO BILD in der am Mittwoch erscheinenden Ausgabe (Heft 2/09) berichtet, werden Kunden durch komplizierte Technik, technische Mängel, undurchsichtige PayTV-Tarife, schlechten Service und Gerätezwang abgeschreckt.

Gerade bei der Auswahl der DVB-C-Receiver sind die Kunden in der Regel auf die von den Netzbetreibern angebotenen zertifizierten Receiver angewiesen. Diese Geräte sind meist wenig komfortabel und spartanisch ausgestattet; Festplatten oder digitale Ausgänge zum Aufzeichnen von Sendungen fehlen bei fast allen Receivern. Auch HDTV ist nur bedingt möglich, da die Empfangsgeräte meistens über veraltete Scart-Anschlüsse statt HDMI verfügen.

Ein weiteres großes Ärgernis ist der Umstand, dass mit Ausnahme von Kabel-BW Nutzer des digitalen Kabelfernsehens grundsätzlich eine Smartcard zur Freischaltung akzeptieren müssen, wenn sie nicht nur die öffentlich-rechtlichen Sender, sondern wenigstens auch die großen Privatsender (RTL und ProSieben.Sat1) sehen möchten. Möchte man dann auch noch mehr als ein TV-Gerät betreiben, so muss für jedes Gerät ein separater Receiver inklusive Smartcard angemietet werden. Immerhin ist es bei Unitymedia möglich, auch einen nicht-zertifizierten Receiver zu verwenden. Hierfür ist allerdings eine spezielle, kostenpflichtige Smartcard zu ordern.

Premiere erwägt neue Digitalboxen

Nach einem Bericht des Magazins Focus erwägt der Bezahlfernsehsender Premiere den Einsatz neuer Digitalboxen. Wie es weiter heißt, überlege man bei Premiere den Empfang seiner Programme via Satellit zukünftig nur noch über neue, eigene, HDTV-fähige Digitalboxen freizuschalten. Andere und alte Receiver wären demnach nicht mehr Premiere-tauglich; Premiere-Abonnenten müssten dann zwangläufig den neue Premiere-Receiver mieten.

Schon seit längerem ist bekannt, dass der Medienmogul Rupert Murdoch nach seinem Einstieg bei Premiere das digitale Verschlüsselungssystem von Premiere, Nagravision, durch sein eigenes System NDS VideoGuard ersetzen möchte. Im Gegensatz zu Nagravision wurde NDS VideoGuard bislang noch nicht geknackt.
Von Premiere wird der mögliche Receiverwechsel als “reine Spekulation” bezeichnet. Weitere Kommentare werden abgelehnt.

Kabel BW hat bereits auf Murdochs Verschlüsselungssystem umgestellt und vertreibt eigene auf NDS VideoGuard zertifizierte Receiver. Unitymedia und Kabel Deutschland testen und planen ebenfalls die Umstellung der Codierung.

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