Archiv für das ‘Satellitenbetreiber’-Tag

Das fehlende Plus bei HD+

Seit dem 1. November 2010 verbreitet der Spartensender Sport1 seinen hochauflösenden Ableger über die Satellitenplattform HD+. Der allerdings sehr geringe Anteil an nativen HD-Inhalten führte zu Kritik bei den Zuschauern.

Gegenüber dem Branchendienst DIGITAL FERNSEHEN räumte ein Sprecher des Senders nun ein, dass Sport1 HD sich derzeit noch in der Startphase befinde. Durch entsprechende Investitionen wolle der Sender sicherstellen, “in absehbarer Zeit den Anteil an nativem HD-Programm signifikant ausbauen zu können”. Zudem befinde sich Sport1 “in Gesprächen mit verschiedenen Lizenzgebern und Produktionsfirmen, um das entsprechende Sendematerial künftig in HD-Qualität geliefert zu bekommen”.

So bleibt die Frage, ob ein Sender, der mit hochauflösender Qualität wirbt, aber noch nicht einmal ein Minimum an nativem HD-Content anbietet, hier nicht doch die Konsumenten täuscht? Wo ist das Mehr an HD, das HD+ mit seinem Plus verspricht?

Beim Betreiber HD+ hält man sich in dieser Sache zurück und lässt über seinen Sprecher, Michael Jachan, auf Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN erklären: “HD Plus ist die technische Plattform, die den Sendern ermöglicht, ihre Programme in HD zu zeigen.” Was ein Sender daraus macht, bleibt also ihm überlassen.

Und von dem Vorschlag, native HD-Inhalte zur Unterscheidung zwischen “echtem” und hochskaliertem HDTV klar zu kennzeichnen, ist man seitens HD+ natürlich wenig begeistert, würde es doch beweisen, dass aktuell ein Großteil des über HD+ ausgestrahlten Programms lediglich auf eine höhere Auflösung umgerechnet wird.

Anixe HD stellt Ausstrahlung via Satellit ein

Der hochauflösende Free-TV-Sender Anixe HD hat seine Ausstrahlung via Satellit zum heutigen Donnerstag, 25. November 2010, eingestellt.

Nach eigenen Angaben will der Familiensender Anixe zum Jahresende seine Verbreitungswege neu ordnen und so seine Gesamtreichweite weiter auszubauen. Hierzu startet der Sender ab 1. Dezember 2010 eine Kooperation mit dem Sender Das Vierte. Anixe erhält somit Zugang zu über 30 Millionen Haushalten, was nach Angaben von Anixe einer Reichweitensteigerung von mehr als 20 Millionen entspricht.

Infolge der Umstrukturierung entfällt die HD-Ausstrahlung über Astra. Anixe SD wird aber weiterhin digital per Astra empfangbar sein. Anixe HD hingegen soll zukünftig nur noch in Kabelnetzen und per IPTV zu sehen sein.

Mit der Abschaltung von Anixe HD via Satellit geht über diesen Übertragungsweg einer der beiden frei empfangbaren, deutschsprachigen HDTV-Sender verloren. Der österreichische ServusTV HD bleibt damit der zur Zeit einzige werbefinanzierte und uncodierte HDTV-Kanal über Satellit.

sixx ab Dezember 2010 in HD

Die Satelliten-Plattform HD+ erhält zum 1. Dezember 2010 mit dem Frauensender sixx weiteren Zuwachs.

Sixx HD ist dann neben den Schwesterkanälen ProSieben HD, Sat.1 HD und kabel eins HD und den RTL-Sendern RTL HD, VOX HD, Sport1 HD sowie dem ebenfalls am 1. Dezember startenden RTL2 HD der achte Privatsender im Angebot von HD+.

Ein Jahr HD+ und nun?

Nun ist es soweit: Das erste Jahr Gratisnutzung HD+ ist für die Erstabonnenten vorbei oder neigt sich dem Ende zu.

Und wie der Autor Roger Baur in einem Artikel des Blogs klarsicht.mattschiibe.ch treffend feststellt, muss zum ersten Mal in der Fernsehgeschichte des deutschsprachigen Raumes für den Empfang eines werbefinanzierten Privatsenders bezahlt werden: ‘HD+ macht ernst: RTL & Co. wollen Geld sehen‘.

Es stellt sich also die Frage, ob und wie viele der Kunden bereit sind, zukünftig 50 Euro für die Verlängerung ihres Abos bzw. 55 Euro für eine anonyme Smartcard pro Jahr für ein werbefinanziertes Fernsehen in HD-Qualität zu bezahlen.
Die aktuellen Umfragen zum Thema HD+, z.B. der Zeitschrift “Audio Video Foto”, sagen aus, dass nur 7 Prozent der befragten Leser bereit sind, ihr Abo zu verlängern. Knapp ein Viertel würde es sich unter der Voraussetzung, dass die monierten Mängel von HD+ beseitigt werden, ggf. noch einmal überlegen.

Doch gerade die umstrittenen und mehrfach kritisierten Aufnahme- und Time-Shifting-Restriktionen, in den Spezifikationen zwar vorgesehen, aber großteils noch nicht umgesetzt, werden kommen. In einem Interview gegenüber dem Medienmagazin dwdl.de erklärt Timo Schneckenburger, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei HD Plus, dass die Beschränkungen nicht als Rückschritt bei der Benutzerfreundlichkeit gesehen werden dürfen. Vielmehr sei das Produkt HD+ ein Fortschritt. “Der Zuschauer bekommt etwas, was er vorher nicht hatte. Wir nehmen den Leuten nichts weg, mit HD+ kommen die Privaten in HD-Qualität zusätzlich zum gesamten Angebot über Astra in die TV-Haushalte”.
Auch seien die Einschränkungen bei den Aufnahmen für viele Leute “gar kein so dramatisches Problem, wie es oft dargestellt wird. Das zeigt auch das Feedback unserer Kunden. Aber natürlich ist es zunächst ungewohnt, wenn eine gelernte Form der Mediennutzung Einschränkungen unterliegt.”
Allerdings sei der momentane Status Quo in punkto Wiedergabe von HD-Aufzeichnungen auch noch nicht der Idealzustand. “Die Aufgabe ist es dem Zuschauer zu ermöglichen, zwischen den Werbeinseln vor und zurückzuspulen. Das ist der Konsens zwischen HD PLUS und den Sendern”, so Schneckenberger.

Also alles gar nicht so schlimm?!
Naja – was bitte schön soll fortschrittlich daran sein, technische Einschränkungen und zusätzliche Kosten trotz Werbung in Kauf zu nehmen? Mit Grundverschlüsselung, Smartcard-Zwang und dem zwingenden Einsatz proprietärer Receiver ergibt sich – zumindest aus Verbrauchersicht – sicher keine zukunftsorientierte Entwicklung.

Es bleibt abzuwarten, wie sich HD+ tatsächlich am Markt platzieren kann. Auch bei HD Plus mag man noch keine konkreten Zahlen bestätigen. “Wirklich belastbare Daten für eine valide Prognose werden wir wohl erst in sechs bis acht Monaten haben”, so Timo Schneckenburger im Interview mit dwdl.de. Aktuell habe der Handel “weit mehr als 300.000 HD+ Receiver und gut fünfstellig CI Plus Module verkauft”.
Damit relativiert sich der im Juli 2010 gegenüber der Presse verbreitete Erfolgskurs: Seinerzeit gab HD Plus an, mehr als eine Million HD+-Karten an den Handel ausgeliefert zu haben.
Im Vergleich zu den ca. 12,5 Millionen Haushalten mit digitalem Satelliten-Empfang, von denen nach neuesten Erhebungen immerhin rund die Hälfte mit HD-fähigen Fernsehern ausgestattet sind, verkümmert der angebliche Erfolg weiter. Und bezogen auf die insgesamt ca. 35,5 Millionen TV-Haushalte ergibt sich ein schwacher Marktanteil von unter einem Prozent.

RTL 2 ab Dezember 2010 in HD

Ab Anfang Dezember 2010 wird nun auch RTL 2 in einer hochauflösenden Variante über die umstrittene Satellitenplattform HD+ ausgestrahlt.

Wie Jochen Starke, Geschäftsführer bei RTL 2, mitteilt, investiere RTL 2 in dieses Projekt, “um Fernsehen noch attraktiver zu machen. Mit dem hochwertigen HD-Standard bieten wir brillante Bilder, die sowohl unsere Zuschauer als auch die Werbekunden begeistern werden. Das ist beste Unterhaltung auf höchstem technischen Niveau”.

Unklar ist jedoch, wie viele Sendungen bei RTL 2 tatsächlich in nativem HD ausgestrahlt werden. Bei eingekauften US-Produktionen dürfte dies am wahrscheinlichten sein. Die bekannten Doku-Soaps und ähnliche Formate werden aber wohl noch eine Zeit lang in Standardauflösung produziert und für die Ausstrahlung auf 1080i hochgerechnet.

Damit ist RTL 2 HD der siebte private Free-TV-Sender im Angebot von HD+. Aktuell senden RTL, Sat. 1, ProSieben, Vox und Kabel eins in HDTV. Ab November soll zudem Sport 1 HD starten.

Anixe HD reduziert Sendezeiten via Satellit

Nach Bericht von Sat+Kabel reduziert Anixe HD seine Programmausstrahlung über den Astra Satelliten auf Position 19,2 Grad Ost.

Ab 30. August sendet Anixe HD von Montag bis Freitag jeweils ab 20:15 Uhr bis 9:45 Uhr des folgenden Tages sowie am Wochenende durchgehend von Samstag ab 20:15 Uhr bis Montag 09:45 Uhr in nativem HD. In der restlichen Zeit wird in SD gesendet.

Anixe SD via Satellit sowie Anixe HD über Kabel und IPTV sind nicht von der Sendebeschränkung betroffen. Daher ist anzunehmen, dass Grund für die reduzierten Sendezeiten insbesondere die hohen Kosten für die Satellitenausstrahlung, angeblich sieben bis acht Millionen Euro jährlich, sind.

Sky: Experimente mit Verschlüsselungstechnologie

Nach einem Bericht des Magazins Sat+Kabel experimentiert der PayTV-Anbieter Sky mit seiner Verschlüsselungstechnologie.

Sky schützt seine Signale mit Nagravision und Videoguard. In den vergangenen Tagen änderte das Unternehmen die sogenannten ECM-Abfrageintervalle, die zuerst auf 15 Sekunden nach oben gesetzt und in der Nacht auf Dienstag wieder die vorherigen sieben Sekunden reduziert wurden.

Parallel zu den eigentlichen Nutzdaten werden gesonderte Datenpakete (ECM – Entitlement Control Message) im codierten Datenstrom versendet, mit deren Hilfe ein Kontrollwort für das endgültige Entschlüsseln des Datenstroms ermittelt wird.
Ein schneller Wechsel der ECM soll – wie es weiter heißt – den Schutz vor Hackern erhöhen, ohne gleichzeitig den Empfang bei legalen Abonnenten zu unterbrechen.

Eine Begründung für die Versuche wurde bislang nicht angegeben.

HD+ von SES Astra ein Flop?

In einer Umfrage des Magazins Sat+Kabel antworteten über 1.200 Leser auf die Frage “Was halten Sie von HD+?” mit einem vernichtenden Urteil.

Über 90 % der Leser bewerteten das Angebot als “Geldschneiderei”. So seien die hochauflösenden Privatprogramme nur gegen Gebühr zu empfangen, obwohl sich die Senderbetreiber und SES Astra bereits weitgehend über Werbespots und Transpondermieten finanzierten.
Kritisiert wurde auch, dass die verlangten Gebühren von 50 Euro jährlich und die zahlreichen Einschränkungen wie Aufnahmeverbote, Archiv-Verweigerung, Time-Shifting-Sperren nach Ansicht der befragten Leser in keinem Verhältnis zu dem gebotenen Inhalt stünden.

Untersuchung zur Zukunft von HDTV

Sollten die großen öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sender ihre Ankündigungen wahr machen, wird HDTV vermutlich bereits nächstes Jahr den Durchbruch erleben und zum Standard werden.

So das Ergebnis einer Untersuchung der Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company, bei der es darum ging, den Einfluss von HD auf die Geschäftsmodelle der TV-Sender und Distributoren zu ermitteln.

2010 werden bis zu 34 Prozent der Fernsehhaushalte Sender in HD-Qualität empfangen können. Vorausgesetzt, die Sender halten ihre angekündigten Umstellungen auf HD ein, die neue HD+-Plattform wird von den Nutzern akzeptiert und der technische Netzausbau der Kabel- und IPTV-Anbieter schreitet weiter voran, wird es nach Best-Case-Prognose von Mücke, Sturm & Company bis zum Jahr 2012 ein Anstieg auf 46 in HDTV verfügbare Sender in Deutschland geben.
Damit HDTV bis dahin allerdings auch zum Standard in der digitalen Fernsehübertragung wird, sind laut Patrick Sturm “geringe technologische Zugangsvoraussetzungen, ein attraktiver Content und eine erlebnisorientierte Vermarktung die zentralen Erfolgsfaktoren”.

Nach den Untersuchungen der Unternehmensberatung profitieren besonders die Satellitenbetreiber durch voraussichtlich höhere Einnahmen aus der Vermietung von Transponderkapazität und die öffentlich-rechtlichen Sender, die ihre Mehrausgaben nicht durch Werbeeinnahmen refinanzieren müssen und so Innovationen vorantreiben können, von HDTV.
Schwieriger stellt sich nach Einschätzung von Mücke, Sturm & Company die Situation bei werbefinanzierten TV-Sendern, Kabel-Betreibern und IPTV-Anbietern dar:
Mit HDTV lassen sich beim Privatfernsehen keine direkten zusätzlichen Einnahmen erzielen, gleichwohl aber Marktanteile verlieren. Daher sollte generell die Priorität beim HD-Ausbau der privaten TV-Sender eindeutig auf den meistgesehenen Sendern liegen.
Auf die Kabelnetzbetreiber und IPTV-Anbieter kommen wiederum hohe Investitionskosten für die Verbreitung von HD-Sendern zu, die nur zum kleinen Teil an die Kunden weitergereicht werden können.

Die gesamte Pressemitteilung ‘HDTV – Erfolgsmodell oder Kostenfalle‘ kann unter openPR, dem Online-Portal für Pressemitteilungen, nachgelesen werden.

HD+ sorgt erneut für Kritik

Erneut sorgt die neue HDTV-Plattform HD+ für Kritik.

Laut einem Bericht der Sat+Kabel sind HD+-zertifizierte Receiver nach einem aus der Branche zugespielten Dokument in besonderer Weise technisch vorbereitet: “Wenn der Nutzer die Smartcard entfernt oder sie ungültig wird (z.B. weil sie abgelaufen ist), darf die Settop-Box die SD-Varianten der parallel in HD verbreiteten Sender nicht wiederherstellen. Stattdessen muss die Settop-Box weiter die HD-Kanäle in den vorprogrammierten und Favoriten-Listen behalten.”

Die kostenlosen, frei empfangbaren, parallel ausgestrahlten PAL-Pendants von RTL HD, Vox HD, ProSieben HD, Sat.1 HD und Kabel Eins HD sollen also nach Entnahme bzw. Ablauf der der HD+ Smartcard bewusst unterbunden werden, um Kunden zum erneuten Freischalten ihrer Smartcard zu bewegen.

Über einen manuellen Suchlauf lassen sich die Sender zwar wieder in die Programmlisten einfügen, dennoch zeigen derartige technischen Spezifikationen deutlich, dass – wie es im Bericht der Sat+Kabel heißt – “bei HD+ nicht Benutzerfreundlichkeit und Zuschauerinteressen, sondern die finanziellen Interessen der Betreiber im Vordergrund stehen”.

Weiterer Ausbau von HD+ geplant

Nach Auskunft des Handelsblatts in seiner Ausgabe vom 10. November steht die Satellitenplattform HD+ von Astra vor einem weiteren Ausbau des Programmangebots, möglicherweise sogar noch vor dem Start der drei HDTV-Sender von ProSiebenSat.1.

“Wir sind mit einer Reihe von Sendern in Gesprächen. Wir erwarten noch in diesem Jahr weitere Abschlüsse”, erklärte Ferdinand Kayser, President und CEO von SES ASTRA, gegenüber dem Handelsblatt. Konkrete Gespräche soll es mit Tele 5 und Das Vierte geben. Brancheninsider spekulieren, dass auch DSF und MTV ins HD+-Sendeangebot aufgenommen werden sollen.

Nach einem ersten Probejahr wird das HDTV-Paket auf Prepaid-Basis zum Preis von 50 Euro jährlich angeboten. Dem Handelsblatt zufolge erwartet Kayser aber trotz Wirtschaftskrise kein Problem in der Akzeptanz beim Endkunden und verweist auf eine Marktforschung, die gezeigt habe, dass die Menschen durchaus bereit seien, diesen Betrag auszugeben.

SES Astra gibt Details zu HD+ bekannt

Wie der Satellitenbetreibers SES Astra heute mitteilt, werden die Sender RTL und VOX ab dem 1. November 2009 mit ihren Programmen in HDTV über die neue Plattform HD+ ausgestrahlt. Im Januar 2010 folgen die Sender ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins.

Astra will nach eigenen Angaben kein Abomodell einführen. Vielmehr soll das HDTV-Paket auf Prepaid-Basis zum Preis von 50 Euro im Jahr angeboten werden. Diese Gebühr wird jedoch frühestens ab November 2010 erhoben werden, da die Nutzung von HD+ wie angekündigt im ersten Jahr kostenfrei ist.

Für den Empfang des neuen HDTV-Angebots ist ein HD+-zertifizierter Receiver erforderlich. Bis zum Jahresende werden laut Astra sechs HD+-Receiver erhältlich sein, darunter angeblich auch Geräte mit Aufnahmefunktion.

Ursprünglich sollten es auch für ältere Geräte mit Common Interface (CI) eine Nachrüstmöglichkeit auf HD+ geben, bestehend aus einem Firmware-Update und einem sogenannten Legacy-CAM.
Nach einer Meldung von HDTV Praxis ist diese Option allerdings vorerst zurückgezogen worden, da die Zielvorgabe von HD+ von mindestens 100.000 Modulen bislang noch nicht einmal ansatzweise durch die Bestellungen der beteiligten Firmen erreicht worden sei.

Nach den aktuell vorliegenden Informationen wird HD+ vorerst in der Schweiz und in Österreich nicht erhältlich sein. Zudem soll HD+ ausschließlich via Satellit empfangbar sein.

RTL verteidigt Verschlüsselung bei HD-Angebot

Nach Ansicht von Axel Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung bei der RTL-Tochter CBC, “sollte man CI Plus nicht mit HD+ gleichsetzen und schon gar nicht verteufeln, wie von Seiten einiger Verbraucherschützer bereits geschehen. Das führt zu einer unnötigen Verunsicherung der Verbraucher und stellt die eigentliche Behinderung von HDTV in Deutschland dar.”

In einem Interview gegenüber dem Branchendienst “TV Zukunft” erklärt Prahl weiter, dass eine Weiterentwicklung des Standards sinnvoll wäre, “um die Flexibilität in der Nutzung von Inhalten sowohl für die Konsumenten als auch für die Sender weiter zu erhöhen.”

Angesprochen auf die Frage, ob mit HD+ bestehende Receiver nicht unbrauchbar würden, bekräftigt Prahl nochmals die Ankündigung von Astra, “dass für bereits verkaufte HD-Empfänger, die über einen DVB CI-Schacht verfügen, zusätzlich sogenannte Legacy-Module zur Verfügung gestellt werden sollen, mit denen der HD+-Empfang ebenfalls möglich ist”.

RTL glaubt weiterhin an den Erfolg seiner neuen HDTV-Angebote – trotz der Verschlüsselung. HD koste Geld und mit HD+ habe man ein zukunftssicheres und nachhaltiges Modell gefunden, das unter anderem auch eine Refinanzierung dieser Mehrkosten sowie einen ausreichenden Signalschutz gewährleiste, so Prahl.

Einen Kurswechsel in Richtung PayTV sieht Prahl hier nicht und verweist auf ARD und ZDF, “die alleine für die Einführung von HDTV in der laufenden Gebührenperiode 244 Millionen Euro bekommen haben”. RTL müsse solche Investitionen aus eigener Tasche bezahlen. Vielmehr handele es sich bei der Gebühr um eine Servicepauschale, “die Astra von den Kunden erheben wird, mit dem Anschlussentgelt im Kabel vergleichbar. Und hier spricht ja auch keiner von Pay-TV…”

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft will die Mediengruppe RTL flächendeckend in Deutschland verfügbar sein. Beim Plattformbetreiber HD+ bzw. Astra wird November 2009 als Starttermin für den Regelbetrieb angegeben.

Das komplette Interview kann man in der aktuellen Ausgabe 03/09 der “TV Zukunft”, die von der Deutschen TV-Plattform herausgegeben wird, nachlesen.

85 HD-Sender bis Ende 2009 bei Astra

Nach Meldung des Branchendienstes Rapid TV News rechnet der Satellitenbetreiber SES Astra bis Ende 2009 mit 85 über Astra empfangbaren HDTV-Kanälen.

Laut Alexander Oudendijk, Chief Commercial Officer (CCO) bei Astra, erwarte die Branche allerdings sogar einen Anstieg der europäischen HD-Kanäle auf über 420 Sender bis zum Jahr 2012 und auf 1300 Kanäle bis 2018.

Fast 100 Millionen HD-Ready-Sets seien nach den Aussagen Oudendijks seit 2005 bis Mitte Juni dieses Jahres in Europa verkauft worden und damit deutlich mehr, als ursprünglich vermutet. “Heute schauen mehr als drei Millionen Haushalte HDTV über Astra. Die größte Anzahl findet sich in Großbritannien (1,58 Millionen), gefolgt von Deutschland (630.000), Frankreich (370.000) und in kleineren Märkten mit insgesamt 500.000.”
Oudendij glaubt, dass im Jahr 2013 74 Prozent der europäischen TV-Haushalte HD-Ready sind und der Satellit sich dann zur stärksten Verbreitungsplattform für hochauflösendes Fernsehen entwickelt hat, gefolgt von Kabel, DVB-T und IPTV.

HD+ für aktuelle Receiver

Nach einer aktuellen Meldung des Medienboten will der Satellitenbetreiber SES Astra auch bestehenden HDTV-Haushalten die Möglichkeit zum Empfang der Programme seiner geplanten Plattform HD+ bieten.

Aktuelle Digital-Receiver und TV-Geräte, die mit einer herkömmlichen Common-Interface-Schnittstelle ausgestattet sind, sollen dazu über ein so genanntes “Legacy-Modul” und ein entsprechendes Software-Update für den Empfang der über HD+ angebotenen Sender kompatibel gemacht werden. Der Umstieg auf ein für HD+ zertifiziertes Endgerät könnte somit für bestehende HDTV-Haushalte möglicherweise entfallen.

Auch Sat+Kabel zeigt sich von den Informationen zur vollständigen Unterstützung von HD+ bei älteren bzw. aktuellen Receivern überrascht. Wie es im entsprechenden Artikel bei Sat+Kabel heißt, sollte der Empfang der neuen HD-Programme von RTL und Vox nach deren Ankündigung aus Gründen des “Signalschutzes” ursprünglich nur für Receiver mit CI+-Unterstützung freigegeben werden.
Sat+Kabel hält es für denkbar, dass RTL zur Vermeidung etwaiger kartellrechtlicher Ermittlungen die Beschränkung auf CI+-Endgeräte vorläufig zur Disposition stellt. Immerhin sprach Astra bei der Ankündigung von HD+ von einer diskriminierungsfreien Plattform. Ob dies auch für die Hardware gilt, bleibt allerdings – wie Sat+Kabel richtig bemerkt – in der weiteren Entwicklung abzuwarten.

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