Archiv für das ‘Privatsender’-Tag

Seite 2 von 4

Infoseite zu Nachrüstlösung für HD+

Mitte des letzten Monats hat das reelblog berichtet, dass eine Nachrüstlösung für HD+ ab Mitte 2010 erhältlich sein soll.

Die angekündigte Informations-Website, über die man sich über das Angebot bzw. die Verfügbarkeit passenden HD+-CI-Moduls für ältere HDTV-Receiver informieren kann, ist ab sofort unter http://www.hd-plus-modul.de erreichbar.

Reel-Multimedia ist in der Liste der Hersteller, die “bereits zugesagt [haben] den Empfang von HD+ auf den unten genannten HD Receivern mit CI Slot zu ermöglichen”, nicht aufgeführt.

Wie bereits berichtet, soll es auch eine softwarebasierte Möglichkeit geben, um HD+ auf der ReelBox Avantgarde aktivieren und freischalten zu können – einen internen Cardreader und eine HD+-Karte vorausgesetzt.

HDTV-Sender der Privaten ab Februar bei Tele Columbus

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus plant ab Februar die Einspeisung der hochauflösenden Pendants von RTL, Sat.1, ProSieben, Vox und kabel eins in seinen unabhängigen Kabelnetzen.

Damit wäre Tele Columbus der erste deutsche Kabelnetzbetreiber, der die HDTV-Varianten der Privaten von RTL und ProSiebenSat.1 anbietet. Bislang sind die Programme ausschließlich über die Satelliten-Plattform HD+ empfangbar.

Die privaten HD-Programme sollen Teil des digitalen Basispakets DigitalTV Basic werden, das sich für 4,99 Euro pro Monat abonnieren lässt.
Eine Erhöhung der Abo- bzw. Kabelgebühren ist laut Dietmar Schickel, Geschäftsführer der Tele Columbus, nicht vorgesehen.

Nach den bislang vorliegenden Informationen wird es die umstrittenen Kopier- und Signalschutzforderungen der Privatsender auch im Kabelnetz geben.

Die öffentlich-rechtlichen HDTV-Sender Das Erste HD und ZDF HD werden zu den olympischen Winterspielen in den größten Teil der integrierten Netze von Tele Columbus eingespeist.

Auch Kabel BW möchte noch in diesem Jahr sein HDTV-Angebot weiter ausbauen. Es liegt nahe, dass auch hier die HDTV-Programme der Privaten Teil dieses erweiterten Senderportfolios sein werden.

HD+ auf der ReelBox Avantgarde

Seit dem 1. November 2009 werden RTL und Vox in HD-Qualität über die Satelliten-Plattform HD+ gesendet. Für nicht HD+-zertifizierte Receiver war bis dato ein so genanntes “Legacy-Modul” geplant, das den Empfang der neuen Programme ermöglichen sollte. Mittlerweile scheint aber auch diese Nachrüstlösung für HD+ fraglich zu sein.

Nach Verlautbarungen der Reelbox Community reelbox4you.tv soll es jetzt eine softwarebasierte Möglichkeit geben, um HD+-Karten auf der ReelBox Avantgarde zu aktivieren und freizuschalten.

Als Mindestanforderung wird neben der zusätzlich zu installierenden Software das aktuelle Software-Release auf Basis des Betriebssystems Ubuntu 8.04 (ab Version 9.10), ein interner Cardreader und natürlich eine HD+-Karte angegeben.

Untersuchung zur Zukunft von HDTV

Sollten die großen öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sender ihre Ankündigungen wahr machen, wird HDTV vermutlich bereits nächstes Jahr den Durchbruch erleben und zum Standard werden.

So das Ergebnis einer Untersuchung der Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company, bei der es darum ging, den Einfluss von HD auf die Geschäftsmodelle der TV-Sender und Distributoren zu ermitteln.

2010 werden bis zu 34 Prozent der Fernsehhaushalte Sender in HD-Qualität empfangen können. Vorausgesetzt, die Sender halten ihre angekündigten Umstellungen auf HD ein, die neue HD+-Plattform wird von den Nutzern akzeptiert und der technische Netzausbau der Kabel- und IPTV-Anbieter schreitet weiter voran, wird es nach Best-Case-Prognose von Mücke, Sturm & Company bis zum Jahr 2012 ein Anstieg auf 46 in HDTV verfügbare Sender in Deutschland geben.
Damit HDTV bis dahin allerdings auch zum Standard in der digitalen Fernsehübertragung wird, sind laut Patrick Sturm “geringe technologische Zugangsvoraussetzungen, ein attraktiver Content und eine erlebnisorientierte Vermarktung die zentralen Erfolgsfaktoren”.

Nach den Untersuchungen der Unternehmensberatung profitieren besonders die Satellitenbetreiber durch voraussichtlich höhere Einnahmen aus der Vermietung von Transponderkapazität und die öffentlich-rechtlichen Sender, die ihre Mehrausgaben nicht durch Werbeeinnahmen refinanzieren müssen und so Innovationen vorantreiben können, von HDTV.
Schwieriger stellt sich nach Einschätzung von Mücke, Sturm & Company die Situation bei werbefinanzierten TV-Sendern, Kabel-Betreibern und IPTV-Anbietern dar:
Mit HDTV lassen sich beim Privatfernsehen keine direkten zusätzlichen Einnahmen erzielen, gleichwohl aber Marktanteile verlieren. Daher sollte generell die Priorität beim HD-Ausbau der privaten TV-Sender eindeutig auf den meistgesehenen Sendern liegen.
Auf die Kabelnetzbetreiber und IPTV-Anbieter kommen wiederum hohe Investitionskosten für die Verbreitung von HD-Sendern zu, die nur zum kleinen Teil an die Kunden weitergereicht werden können.

Die gesamte Pressemitteilung ‘HDTV – Erfolgsmodell oder Kostenfalle‘ kann unter openPR, dem Online-Portal für Pressemitteilungen, nachgelesen werden.

Doch keine Nutzungsgebühren bei ProSiebenSat.1?

Der gestrige Bericht des Handelsblatts, nach dem ProSiebenSat.1 eine Nutzungsgebühr für Free-TV plant, sorgte pünktlich zu Beginn der Medientage München für einigen Wirbel.

Mittlerweile scheint ProSiebenSat.1 zurückgerudert zu sein. Es ginge es keineswegs darum, dass Zuschauer künftig für die bislang frei empfangbaren Sender wie ProSieben, Sat.1 oder Kabel 1 zur Kasse gebeten würden. “Die Sender bleiben gebührenfrei”, erklärte Ebeling gegenüber der Welt in einem Artikel der aktuellen Ausgabe vom 29.10.2009.

Auf Nachfrage des Mediendienstes DWDL wurde von ProSiebenSat.1-Sprecher Julian Geist mitgeteilt, dass es sich bei den Aussagen Ebelings nicht um eine Ankündigung von PayTV handele. Wenn von Nutzungsgebühren für ProSieben, Sat.1 und Kabel 1 gesprochen worden sei, dann beziehe sich das lediglich auf die hochauflösenden Sender der TV-Gruppe, also Pro Sieben HD, Sat 1 HD und Kabel 1 HD, die ab 2010 über die neue HDTV-Plattform HD+ ausgestrahlt werden sollen.

ProSiebenSat.1 plant Nutzungsgebühr für Free-TV

Der hochverschuldete TV-Konzern ProSiebenSat.1 will zukünftig unabhängiger von den stark rückläufigen Werbeerlösen werden und plant daher laut einem Bericht des Handelsblatts langfristig Nutzungsgebühren für die bislang frei empfangbaren Sender ProSieben, Sat.1 und Kabel 1 einzuführen.

“Für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns ist es enorm wichtig, dass wir Beziehungen zu den Endkunden aufbauen, etwa über Pay-TV, Video-on-Demand oder andere Geschäftsmodelle”, wie der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Thomas Ebeling, gegenüber dem Handelsblatt erklärt.

Derzeit bietet die ProSiebenSat.1-Gruppe im Pay-TV-Segment die beiden Programme Sat.1 Comedy und Kabel Eins Classics an. Ab nächstem Jahr werden ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins als kostenpflichtiges HD-Angebot über die neue digitale Plattform HD+ des Satellitenbetreibers SES Astra hinzukommen.
Im Bereich Video-on-Demand ist der Medienkonzern bereits mit der Entertainment-Plattform Maxdome aktiv, die in Kooperation mit United Internet betrieben wird.

Wie es weiter in dem Handelsblatt-Bericht heißt, möchte sich die ProSiebenSat.1-Gruppe durch neue Geschäftsfelder verstärken. So sieht Ebeling mögliche Optionen für weitere Einnahmequellen im Aufbau einer eigenen TV-Produktion sowie als Eventveranstalter und Künstleragentur mit eigenem Ticket-Verkauf und Merchandising.

Sky HD für Neukunden bis Juli 2010 gratis

”Wir schenken Ihnen Sky HD bis Juli 2010”. Der deutsche Pay-TV-Anbieter Sky will die Neukundengewinnung mit einer aktuellen HDTV-Aktion ankurbeln.

Neukunden, die jetzt ein Abonnement bei Sky mit mindestens einem Premium-Paket (Film, Fußball-Bundesliga, Sport) abschließen, erhalten alle sieben hochauflösenden Sender (Sky Cinema HD, Discovery HD, National Geographic HD, History HD, Disney Cinemagic HD, Sky Sport HD und Eurosport HD) der Plattform bis zum 31. Juli 2010 ohne den sonst anfallenden Aufschlag von 5 bis 10 Euro monatlich dazu.

Die Aktion steht im Zusammenhang mit dem von Sky für 2010 geplanten Sky Ausbau des HDTV-Angebots. Mit dem heutigen Tag startet auch eine neue Marketingkampagne von Sky mit dem Schwerpunkt HDTV. Im Rahmen dieser Kampagne, die bis zum 24. November 2009 laufen soll, wird ein 45-sekündiger TV-Spot und eine 30-Sekunden-Variante gezeigt. Anschließend ist die Fortsetzung der HDTV-Werbeaktion mit einer inhaltlichen Ausrichtung auf Weihnachten geplant.

RTL HD und Vox HD im Kabelnetz denkbar

Demnächst starten die beiden HDTV-Sender von RTL, zunächst allerdings ausschließlich auf der neuen Satellitenplattform HD+.

Wie Andre Prahl von CBC, verantwortlich für die Programmverbreitung der Mediengruppe RTL Deutschland, in einem Interview mit dem Onlinemagazin digitalmagazin.info mitteilt, könne man sich vorstellen, auch in anderen Verbreitungswegen entsprechende Rechte einzuräumen, sofern in diesen die Sender RTL und Vox in HD angeboten werden sollen. Gespräche zwischen RTL und Kabelnetzbetreibern und DSL-Anbietern seien im Gange.

Ab November wird RTL neben US-Serien wie z.B. “Bones”, “CSI: Den Tätern auf der Spur”, “CSI: NY”, “Dr. House” und “Monk” auch Kinohighlights wie “Die Bourne Verschwörung”, “Das Bourne Ultimatum” und “Stirb langsam 4.0” in HD-Qualität zeigen.

Tele 5 bereitet HDTV-Start vor

Wie der stellvertretende Geschäftsführer des Privatsenders Tele 5, Christof Wegenast, in einem Interview gegenüber DIGITAL FERNSEHEN mitteilt, gehe man realistisch von einem Start mit einem HDTV-Angebot in zwei bis drei Jahren aus.

Wegenast erklärt weiter, dass man die Option habe, zu einem beliebigen Zeitpunkt auf HD umzustellen. Der Sender sei bereits heute technisch in der Lage, sofort mit der Ausstrahlung eines HDTV-Programms zu beginnen. Allerdings wolle man erst einmal eine ausreichende Verfügbarkeit von HD-Material und einen einheitlichen HD-Standard abwarten. Dennoch stehe Tele 5 aktuell im Gespräch mit der HDTV-Plattform HD+ hinsichtlich möglicher Zukunftsszenarien.

Nach Meinung von Wegenast sei Tele 5 von seiner Programmstruktur mit dem auf Spielfilme gelegten Programmschwerpunkt eigentlich der ideale HD-Sender, da diese im Vergleich zu Talkshows, Gerichtssendungen, Telenovelas oder Kochshows am meisten von der besseren Bildqualität profitieren würden.

HDTV-Testsignal für RTL HD und Vox HD

Die beiden neuen HDTV-Programme RTL HD und VOX HD haben mit hochauflösenden Testausstrahlungen auf Astra 19.2° Ost (Frequenz 10832 Megahertz horizontal – SR 22.000, FEC 2/3, 8-PSK) begonnen. Das Signal ist in Nagravision verschlüsselt.

Auf der gleichen Frequenz wurde Anfang diesen Monats auch Anixe HD und Astra HD als Demo-Kanal aufgeschaltet.

Nach der Testphase sollen RTL HD und VOX HD voraussichtlich zum 1. November offiziell als erste Programme im neuen Programmpaket HD+ des Satellitenbetreibers SES Astra angeboten werden.

Über die neue Plattform HD+ und die hiermit geplanten Restriktionen bei der Receiverauswahl und den Nutzungsmöglichkeiten wurde in den letzten Monaten kontrovers diskutiert. Die Mediengruppe RTL Deutschland als auch die ProSiebenSat.1-Gruppe, die mit ihren HDTV-Angebot Anfang 2010 starten möchte, beabsichtigen neben der verschlüsselten Ausstrahlung der HD-Programme unter anderem auch Nutzungsbeschränkungen beim sog. Ad-Skipping, dem Umgehen von Werbeblöcken bei der Wiedergabe von HDTV-Aufzeichnungen.

RTL verteidigt Verschlüsselung bei HD-Angebot

Nach Ansicht von Axel Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung bei der RTL-Tochter CBC, “sollte man CI Plus nicht mit HD+ gleichsetzen und schon gar nicht verteufeln, wie von Seiten einiger Verbraucherschützer bereits geschehen. Das führt zu einer unnötigen Verunsicherung der Verbraucher und stellt die eigentliche Behinderung von HDTV in Deutschland dar.”

In einem Interview gegenüber dem Branchendienst “TV Zukunft” erklärt Prahl weiter, dass eine Weiterentwicklung des Standards sinnvoll wäre, “um die Flexibilität in der Nutzung von Inhalten sowohl für die Konsumenten als auch für die Sender weiter zu erhöhen.”

Angesprochen auf die Frage, ob mit HD+ bestehende Receiver nicht unbrauchbar würden, bekräftigt Prahl nochmals die Ankündigung von Astra, “dass für bereits verkaufte HD-Empfänger, die über einen DVB CI-Schacht verfügen, zusätzlich sogenannte Legacy-Module zur Verfügung gestellt werden sollen, mit denen der HD+-Empfang ebenfalls möglich ist”.

RTL glaubt weiterhin an den Erfolg seiner neuen HDTV-Angebote – trotz der Verschlüsselung. HD koste Geld und mit HD+ habe man ein zukunftssicheres und nachhaltiges Modell gefunden, das unter anderem auch eine Refinanzierung dieser Mehrkosten sowie einen ausreichenden Signalschutz gewährleiste, so Prahl.

Einen Kurswechsel in Richtung PayTV sieht Prahl hier nicht und verweist auf ARD und ZDF, “die alleine für die Einführung von HDTV in der laufenden Gebührenperiode 244 Millionen Euro bekommen haben”. RTL müsse solche Investitionen aus eigener Tasche bezahlen. Vielmehr handele es sich bei der Gebühr um eine Servicepauschale, “die Astra von den Kunden erheben wird, mit dem Anschlussentgelt im Kabel vergleichbar. Und hier spricht ja auch keiner von Pay-TV…”

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft will die Mediengruppe RTL flächendeckend in Deutschland verfügbar sein. Beim Plattformbetreiber HD+ bzw. Astra wird November 2009 als Starttermin für den Regelbetrieb angegeben.

Das komplette Interview kann man in der aktuellen Ausgabe 03/09 der “TV Zukunft”, die von der Deutschen TV-Plattform herausgegeben wird, nachlesen.

Politik kritisiert HD+

Die von SES Astra geplante und umstrittene Satellitenplattform HD+ stößt weiter auf ein kritisches Echo, ähnlich wie seinerzeit das Entavio-Projekt. Auch seitens der Politik mehren sich die kritischen Äußerungen.

Am deutlichsten tat dies nun Barbara Kisseler von der SPD. So erklärte die Chefin der Senatskanzlei des Landes Berlin anlässlich ihres Besuches der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin, dass die werbefinanzierten Programmanbieter mit der neue Plattform “HD plus” für deren hochauflösendes Fernsehformat HDTV einen aus verbraucher- und medienpolitischer Sicht problematischen Weg beschreiten. Die damit verbundene Reglementierung der Nutzung des Programmangebotes und der Aufnahmemöglichkeiten für den privaten Gebrauch gefährde mittelfristig das frei empfangbare Fernsehen und damit auch die Vielfalt der deutschen Medienlandschaft.

Kissler räumte ein, dass es ein grundlegendes Geschäftsmodell in der digitalen Welt sei, ein Programm verschlüsselt anzubieten und Inhalte für den Endkunden adressierbar zu machen, fordert die Plattformanbieter aber zugleich auf, auf offene Standards zu setzen. “Ansonsten droht die Digitalisierung zum Gerätedschungel für die Verbraucher zu werden. Eine Verunsicherung, ob der jetzt gekaufte Receiver auch im nächsten Jahr noch funktioniert, schadet der Digitalisierung des Rundfunks insgesamt.”

Im Weiteren appelliert Kisseler an die Privatsender “derartige Geschäftsmodelle zu überdenken und im Sinne der Verbraucher zu gestalten. Auch sollte sehr sorgfältig geprüft werden, ob die werbefinanzierten Programmanbieter mit diesen Konzepten ihrer öffentlichen Aufgabe nachkommen und ob es tatsächlich sinnvoll ist, dass frei empfangbare Fernsehen in Deutschland so einzuschränken.”

Die gesamte Erklärung ist in der entsprechenden Pressemeldung nachzulesen.

Keine Zusatzgebühr für HDTV bei ARD und ZDF

Nach einem Bericht des Handelsblatts erwarten die Öffentlich-Rechtlichen Sender mit der geplanten, kostenpflichtigen HDTV-Plattform HD+ einen Vorteil gegenüber den Privatsendern und erhoffen sich hierdurch mehr Zuschauer für ihr Gratisangebot.

“HD+ kann uns einen Wettbewerbsvorteil bescheren”, sagte ZDF-Intendant Markus Schächter beim gestrigen IFA-Auftakt in Berlin. Allerdings ist man auch verärgert und befürchtet eine Verzögerung des Markterfolgs von HDTV “Es gibt ein großes Durcheinander im Markt”, so Schächter. “HD+ sorgt für eine neue Verunsicherung.”

Eine Gebühr für das hochauflösende Fernsehangebot steht für die Öffentlich-Rechtlichen grundsätzlich nicht zur Diskussion. “Wir lehnen eine Verschlüsselung unserer Programme ab”, wie der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust mitteilt.

Aber auch in der Geräteindustrie löst HD+ laut Handelsblatt Unzufriedenheit und Unverständnis aus. So beschweren sich angeblich bereits einige Receiver-Hersteller über eine angebliche Benachteiligung im Wettbewerb zu ausgewählten Dienstleistern von Astra SES. Hier weist man die Kritik jedoch zurück und erklärt, dass jedem Hersteller, der HD+-fähige Receiver bauen wolle, die Spezifikationen zur Verfügung gestellt würden.

Privatsender gegen Ad-Skipping bei HD+

ProSiebenSat.1 und RTL bestätigten gegenüber dem Branchenblatt Digital Insider sowie dem Online-Magazin Area DVD ihre Pläne, auf der angekündigten kostenpflichtigen Astra-HDTV-Plattform HD+ das so genannte Ad-Skipping, also das Überspringen von Werbeblöcke bei der Wiedergabe von Mitschnitten, unterbinden zu wollen.

“Wir wollen, dass die Nutzer Sendungen aufzeichnen können. Wir wollen aber auch, dass geschützte Inhalte nicht weiterverbreitet werden oder ein Ad-Skipping möglich ist”, so die Erklärung einer Sprecherin von ProSiebenSat.1 auf Anfrage von Digital Insider.
Und RTL-Sprecherin Bettina Klauser teilt gegenüber Area DVD mit: “Ziel der Mediengruppe RTL ist nicht, Aufzeichnungen zu verhindern. Entscheidend ist, die Umgehung der Werbung zu vermeiden, mit der wir unsere Inhalte finanzieren.”

Allerdings scheint man sich bei RTL noch nicht einig zu sein, ob CI+ bei HD+-zertifizierten Receivern als Zugangssystem gerade in Bezug auf Ad-Skipping eingesetzt werden soll. “Das derzeit oft diskutierte CI+ leistet dies derzeit nicht im von uns gewünschten Umfang. CI+ lässt werbefinanzierten Programmanbietern zum Schutz ihres Geschäftsmodells lediglich die Wahl, Aufzeichnungen zuzulassen oder zu sie unterbinden”, so Klauser. “Trotzdem unterstützen wir den Industriestandard CI+ für den Empfang unserer HDTV-Inhalte, empfehlen dessen Einsatz jedoch nur in Verbindung mit integrierten TV-Geräten ohne Aufzeichnungsfunktion. Aus unserer Sicht wäre eine Erweiterung des CI+ Standards um die benötigten Funktionen daher wünschenswert.”

In einem Beitrag bei heise online zieht man daraus die Schlussfolgerung, “dass aktuelle Receiver, die über ein Firmware-Update und ein sogenanntes Legacy-Modul HD+-tauglich gemacht werden sollen, generell keine HD+-Sendungen aufzeichnen können. [...] Zumindest ist es nach Ansicht von Experten recht unwahrscheinlich, dass ein umgerüsteter Receiver in der Lage wäre, ein Ad-Skipping zu verhindern.”

Beitrag bei ZDF-WISO zum Thema CI+

Der Unmut über die geplante kostenpflichtige Verschlüsselung für das hochauflösende Fernsehen bei den privaten Sendern nimmt weiter zu. Nun hat sich auch das Verbrauchermagazin WISO des ZDF das “Geschäft mit HDTV” bzw. mit CI+ näher angeschaut.

Bezüglich der bereits vielfach angesprochenen Nutzungsbeschränkungen, die im Zuge der Einführung von CI+ zu erwarten sind, kommt der Bericht zu einer treffenden Schlussfolgerung: “Da bekommt das Wort Fernbedienung eine ganz andere Bedeutung: Die Sender steuern aus der Ferne, was der Zuschauer zuhause sehen darf und was nicht und wie lange er seine Aufnahmen überhaupt anschauen kann.”

Facebook-Fan werden   Folge uns bei Twitter   Feed abonnieren   reel | blog kontaktieren

69 queries. 0,645 seconds.

ReelBox kompakt - das Praxishandbuch