Archiv für das ‘Öffentlich-Rechtliche Sender’-Tag

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Kommentar zu HDTV-Politik bei Kabel Deutschland

Nachdem die Deutsche Telekom angekündigt hat, die HD-Sender Das Erste HD, ZDF HD und Arte in HD ab Februar in ihr Triple-Play-Angebot T-Home Entertain aufzunehmen, wird es für den Kabelanbieter Kabel Deutschland zunehmend ernster.

Verärgerte Kunden von Kabel Deutschland hatten sich in einer Online-Petition für HDTV bei Kabel Deutschland stark gemacht. Auch vom Bundesverband der Verbraucherzentralen wurde KDG für seinen HD-Boykott gerügt.
Indes eiert man bei Deutschlands größtem Kabelanbieter weiter um das leidige Thema der HDTV-Einspeisung der Öffentlich-Rechtlichen Sender herum und schiebt den Schwarzen Peter ARD und ZDF zu.

In einem lesenswerten Kommentar hat sich nun Stefan Goedecke, Geschäftsführer des Branchendienstes DIGITAL FERNSEHEN zum HDTV-Irrsinn bei Kabel Deutschland – Letzter Ausweg “Kündigung” geäußert.

Online-Petition für HDTV bei Kabel Deutschland

Mit dem letzten Showcase vor dem HDTV-Regelbetrieb im kommenden Jahr geben die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren Programmen Das Erste HD, Eins Festival HD und ZDF HD noch bis zum 6. Januar 2010 einen Vorgeschmack auf das hochauflösende Fernsehen.

In den Kabelnetzen von Kabel BW und Unitymedia ist der Showcase (mit Ausnahme von Eins Festival HD) empfangbar, die Kunden von Kabel Deutschland hingegen bleiben außen vor und schauen in die Röhre.

Entsprechend fordern die Kunden des größten deutschen Kabelnetzbetreibers in einer seit 23. Dezember veröffentlichten Online-Petition die Einspeisung der HD-Sender ARD HD, ZDF HD und Einsfestival HD. Fast 2.500 Nutzer haben sich bereits eingetragen und protestieren so gegen das Gezerre um die Ausstrahlung der HDTV-Programme der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.

In einer Stellungnahme teilt der Konzern mit, dass ARD und ZDF Schuld an der gegenwärtigen Situation seien und diese sich an den Kosten für die teure Einspeisung der HD-Sender zu beteiligen haben.
“Man muss leider sehen, dass die öffentlich-rechtlichen wie die privaten Sender bislang für HD den Kabelkunden Mehrbelastungen aufbürden wollen. Vor dem Hintergrund, dass HD viermal soviel Bandbreite benötigt wie normales digitales TV, verursacht HD in der Infrastruktur und bei der Verbreitung im Kabel höhere Kosten. Bei der Satellitenübertragung sind die Sender bereit, sich an diesen Mehrkosten zu beteiligen. Es ist nicht einzusehen, warum das im Kabel nicht so sein soll. Wir erwarten lediglich eine Gleichbehandlung der unterschiedlichen Infrastrukturen durch die Sender.”

Im Weiteren empfiehlt Kabel Deutschland seinen Kunden “Druck auf die Sender auszuüben, damit diese nicht länger ihre Marktmacht zu Lasten der Kunden missbrauchen. Kabel Deutschland könnte bei einer Kostenbeteiligung der Sender sofort mit der HD-Einspeisung beginnen.”

ZDF HD im Kabelnetz nicht gesichert

Noch nicht gesichert ist laut Tobias Schwahn, HDTV-Experte beim ZDF, die dauerhafte Einspeisung von ZDF HD zum Start des HDTV-Regelbetriebs im deutschen Kabelnetz.

In einem Interview gegenüber dem Onlinemagazin digitalmagazin.info erklärt Schwahn, dass das ZDF allen Kabelnetzbetreibern sein hochauflösendes Programm ZDF HD kostenlos zur unverschlüsselten und unveränderten Weiterleitung in deren Netze angeboten habe. “Nun liegt der Ball bei den Kabelnetzbetreibern.”

Tatsächlich war der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland anlässlich der Einspeisung des HDTV-Showcases zur Leichtathletik-WM im Sommer 2009 der Auffassung, dass für die Übertragung der hochauflösenden Programme mehr Bandbreite notwendig sei, die entsprechend bezahlt werden müsse. Die Öffentlich-Rechtlichen hingegen waren und sind nach wie vor nicht bereit, etwaige Mehrkosten für die Einspeisung ihrer HDTV-Programme ins Kabel zu übernehmen.
Gleichermaßen wird aufgrund geforderter Einspeisegebühren seitens der Kabelanbieter von Kabel Deutschland, Unity Media oder Kabel BW auch arte HD nach wie vor nicht ausgestrahlt.

Weitere Programme in HDTV neben ZDF HD dürfen laut Schwahn erst nach Abschaltung des Analog-TV über Satellit, also voraussichtlich im Jahr 2012, erwartet werden. “Da HDTV zum herkömmlichen digitalen Fernsehen (SDTV) nicht kompatibel ist, kann dessen Ausstrahlung nur zusätzlich zur herkömmlichen digitalen und – nach wie vor – analogen Ausstrahlung erfolgen. Das heißt, für das inhaltlich gleiche Programm müssen drei verschiedene Verbreitungsarten finanziert werden: analog, digital SD und digital HD”, so Schwahn.

Olympia 2010 auf ARD HD und ZDF HD

Nach einer aktuellen Pressemeldung werden ARD und ZDF in der Zeit vom 12. bis 28. Februar rund 320 Stunden von den olympischen Winterspielen 2010 aus dem kanadischen Vancouver senden.

Mit der Übertragung der Winterspiele beginnt bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten auch der HDTV-Regelbetrieb. Das hochauflösende Fernsehen (HDTV) wurde bereits vor Olympia bei anderen Sportevents, wie z.B. bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin, getestet. Laut ARD-Programmdirektor Volker Herres habe dies sehr gut geklappt und sei vom Publikum gut angenommen worden.

Die beiden Fernsehanstalten werden mit abwechselnden Übertragungen auf gemeinsame Technik und Studios zurückgreifen. Die ARD übertragt die Eröffnungsfeier und berichtet an neun Tagen von den Winterspielen, das ZDF an acht Tagen. Die Schlussfeier ist dann ebenfalls im Zweiten zu sehen.

HDTV-Showcase zum Jahreswechsel bei ZDF

Das ZDF wird seinen HDTV-Showcase über ZDF HD zu Weihnachten am 17. Dezember 2009 beginnen. Bis dato ist leider nur das Programm der ersten Sendewoche bekannt.

Eigenproduzierte Krimi-Serien, wie SOKO und Notruf Hafenkante, sowie TV-Filme stehen im Vordergrund.
Ein Highlight ist die Neuverfilmung des Romy-Schneider-Klassikers “Sisi” unter der Regie von Xaver Schwarzenberger, die als Zweiteiler ausgestrahlt wird.
Als musikalischen Höhepunkt zeigt das ZDF den Opernfilm “La Bohème” mit Anna Netrebko und Rolando Villazón in den Hauptrollen.

Eine Programmübersicht zu den in HD übertragenen Sendungen gibt es beim ZDF.

Untersuchung zur Zukunft von HDTV

Sollten die großen öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sender ihre Ankündigungen wahr machen, wird HDTV vermutlich bereits nächstes Jahr den Durchbruch erleben und zum Standard werden.

So das Ergebnis einer Untersuchung der Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company, bei der es darum ging, den Einfluss von HD auf die Geschäftsmodelle der TV-Sender und Distributoren zu ermitteln.

2010 werden bis zu 34 Prozent der Fernsehhaushalte Sender in HD-Qualität empfangen können. Vorausgesetzt, die Sender halten ihre angekündigten Umstellungen auf HD ein, die neue HD+-Plattform wird von den Nutzern akzeptiert und der technische Netzausbau der Kabel- und IPTV-Anbieter schreitet weiter voran, wird es nach Best-Case-Prognose von Mücke, Sturm & Company bis zum Jahr 2012 ein Anstieg auf 46 in HDTV verfügbare Sender in Deutschland geben.
Damit HDTV bis dahin allerdings auch zum Standard in der digitalen Fernsehübertragung wird, sind laut Patrick Sturm “geringe technologische Zugangsvoraussetzungen, ein attraktiver Content und eine erlebnisorientierte Vermarktung die zentralen Erfolgsfaktoren”.

Nach den Untersuchungen der Unternehmensberatung profitieren besonders die Satellitenbetreiber durch voraussichtlich höhere Einnahmen aus der Vermietung von Transponderkapazität und die öffentlich-rechtlichen Sender, die ihre Mehrausgaben nicht durch Werbeeinnahmen refinanzieren müssen und so Innovationen vorantreiben können, von HDTV.
Schwieriger stellt sich nach Einschätzung von Mücke, Sturm & Company die Situation bei werbefinanzierten TV-Sendern, Kabel-Betreibern und IPTV-Anbietern dar:
Mit HDTV lassen sich beim Privatfernsehen keine direkten zusätzlichen Einnahmen erzielen, gleichwohl aber Marktanteile verlieren. Daher sollte generell die Priorität beim HD-Ausbau der privaten TV-Sender eindeutig auf den meistgesehenen Sendern liegen.
Auf die Kabelnetzbetreiber und IPTV-Anbieter kommen wiederum hohe Investitionskosten für die Verbreitung von HD-Sendern zu, die nur zum kleinen Teil an die Kunden weitergereicht werden können.

Die gesamte Pressemitteilung ‘HDTV – Erfolgsmodell oder Kostenfalle‘ kann unter openPR, dem Online-Portal für Pressemitteilungen, nachgelesen werden.

HDTV-Showcase bei Eins Festival HD verlängert

Einer Meldung der Multimedia-Illustrierten Infosat zufolge soll der HDTV-Showcase zum Jahreswechsel bei Eins Festival HD bis zum 6. Januar 2010 verlängert werden.

Eine komplette Übersicht aller Sendungen des Showcase liegt als pdf-Dateien in einer Kurzfassung und in einer Langfassung mit Pressetexten zum Download vor.

HDTV-Showcase zum Jahreswechsel bei Eins Festival HD

In der Zeit vom 23. Dezember 2009 bis 1. Januar 2010 darf man sich bei Eins Festival HD auf über 180 Stunden HDTV-Programm freuen.

Laut Pressemeldung werden rund 70 HD-Sendungen in allen TV-Genres zu sehen sein, darunter Spielfilm-Highlights wie die spanische Komödie “Schwule Mütter ohne Nerven”, die Oscar-prämierte Produktion “La Vie en Rose”, die auch im Showcase von Das Erste HD ausgestrahlt wird, sowie der Zweiteiler “Der Baader-Meinhof-Komplex” und der für den Grimme-Preis nominierte und mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Fernsehfilm “Mogadischu”.

An Silvester zeigt Eins Festival HD sechs Folgen “NightWash” mit etablierten Comedians und neuen Talenten aus dem Kölner Comedy-Trainings-Camp im Waschsalon. An Neujahr wird ab 6 Uhr morgens – parallel zur Handlung – die Dokumentation “24 Stunden Berlin” ausgestrahlt.

HDTV-Showcase zum Jahreswechsel bei ARD

Die ARD hat heute erste Details zum kommenden HDTV-Showcase vom 19. Dezember 2009 bis zum 6. Januar 2010 bekannt gegeben.

Auf Das Erste HD werden zum Jahreswechsel laut Pressemeldung mehr als 50 Programmstunden in hoher Auflösung präsentiert, wobei eigenproduzierte Filme, internationale Kino-Highlights und der Weltspiegel den Schwerpunkt des HD-Showcase bilden.

Samstag, 19. Dezember 2009

13.30 Uhr: Pfarrer Braun: Adel vernichtet
20.15 Uhr: Liebling, weck die Hühner auf
22.15 Uhr: Geliebte Jane Austin

Sonntag, 20. Dezember 2009

19.20 Uhr: Weltspiegel – Auslandskorrespondenten berichten

Montag, 21. Dezember 2009

20.15 Uhr: Um Himmels Willen – Weihnachten in Kaltenthal

Dienstag, 22. Dezember 2009

20.15 Uhr: Meine Heimat Afrika
00.35 Uhr: Die alles begehren

Mittwoch, 23. Dezember 2009

10.30 Uhr: Meine Heimat Afrika (Whg. v. 22.12.09)
20.15 Uhr: Baby frei Haus
23.00 Uhr: La vie en Rose

Donnerstag, 24. Dezember 2009

01.45 Uhr: Die Brüder Karamasow

Freitag, 25. Dezember 2009

12.25 Uhr: Achtung: Märchen! – Making of “Acht auf einen Streich”
14.45 Uhr: Acht auf einen Streich: Schneewittchen
15.45 Uhr: Acht auf einen Streich: Rapunzel
16.45 Uhr: Acht auf einen Streich: Der gestiefelte Kater
18.00 Uhr: Ein Königreich für ein Lama
02.25 Uhr: Die Bounty

Samstag, 26. Dezember 2009

08.30 Uhr: Ein Königreich für ein Lama (Whg. v. 25.12.09)
14.45 Uhr: Acht auf einen Streich – Dornröschen
15.45 Uhr: Acht auf einen Streich – Die Gänsemagd
16.45 Uhr: Acht auf einen Streich – Rumpelstilzchen
23.05 Uhr: Cast Away – Verschollen

Sonntag, 27. Dezember 2009

17.15 Uhr: Cast Away – Verschollen (Whg. v. 26.12.09)
23.30 Uhr: Getaway

Montag, 28. Dezember 2009

23.30 Uhr: Jenseits von Eden
01.30 Uhr: Sacramento

Dienstag, 29. Dezember 2009

00.00 Uhr: Gefangen zwischen Licht und Schatten
01.40 Uhr: Die Killer Elite

Donnerstag, 31. Dezember 2009

00.20 Uhr: Spion in Spitzenhöschen
17.15 Uhr: Das Silvesterkonzert – Die Berliner Philharmoniker
20.15 Uhr: Silvesterstadl

Freitag, 1. Januar 2010

10.00 Uhr: Festliche Neujahrsgala mit Joyce DiDonato
20.15 Uhr: Catch me if you can – Mein Leben auf der Flucht
22.45 Uhr: Reykjavik – Rotterdam: Tödliche Lieferung

Samstag, 2. Januar 2010

13.15 Uhr: Catch me if you can – Mein Leben auf der Flucht (Whg. v. 01.01.10)
15.30 Uhr: Acht auf einen Streich – Die Bremer Stadtmusikanten
16.30 Uhr: Acht auf einen Streich – Die kluge Bauerntochter

Sonntag, 3. Januar 2010

10.03 Uhr: Acht auf einen Streich – Der gestiefelte Kater (Whg. v. 25.12.09)

Mittwoch, 6. Januar 2010

20.15 Uhr: Der FilmMittwoch im Ersten – Jeder Mensch braucht ein Geheimnis

ORF 2 ab Dezember in HD

Eineinhalb Jahre nach ORF 1 HD startet der ORF – wie bereits angekündigt – mit ORF 2 HD am 5. Dezember 2009 sein zweites HDTV-Programm.

Das gesamte Programm von ORF 2 soll in hochauflösender Bildqualität ausgestrahlt werden. Gesendet wird in 720p50 (Format MPEG4/AVC). Alle nicht in HDTV produzierten Sendungen werden entsprechend hochskaliert.

Als erste in HD produzierte Programmhighlights werden in ORF 2 HD die Liveübertragung von Joseph Haydns Oper “Il mondo della luna” in zeitversetzter Ausstrahlung um 22.00 Uhr aus dem Theater an der Wien sowie die Opernverfilmung “La Boheme” von Robert Dornhelm mit Anna Netrebko und Rolando Villazón am 12. Dezember um 20.15 Uhr zu sehen sein.

ORF 2 HD wird für TV-Zuschauer, die im Besitz der erforderlichen Smartcard (ORF-Digital-Sat-Karte) sind, über Kabel und über Satellit via Astra 19.2° Ost zu empfangen sein.

Voraussichtlich wird bereits zum 3. Dezember ab 5.30 Uhr eine Promo-Schleife ausgestrahlt.

Weitere Informationen können der APA Presseaussendung entnommen werden.

ARD plant 50 bis 70 Prozent natives HD

“Mindestens 50 bis 70 Prozent werden wir in nativem HD ausstrahlen”, sagte Bertram Bittel, Vorsitzender der Produktions- und Technik-Kommission von ARD und ZDF (PTKO), laut Mitteilung der Multimedia-Illustrierten Infosat im Rahmen der Münchner Medientagen.

Damit hat sich die ARD für den ab Februar 2010 startenden HDTV-Regelbetrieb hohe Ziele gesetzt. So sollen Dokumentationen, Spielfilme und Eigenproduktionen wie der zum Beispiel der Tatort in nativem HD ausgestrahlt werden. Einen weiteren umfassenden Bereich bilden neben der Sportschau auch große Sportveranstaltungen wie die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) und die Fußball-Weltmeisterschaft. Auch Wintersport soll nach Ankündigung von Bittel zu großen Teilen in HD gezeigt werden.

Für 2011 ist dann auch die Umstellung der aktuellen Nachrichtensendungen auf HD-Produktionen geplant.

ORF 2 plant HDTV-Start ab Dezember

Nach Bericht der Zeitung “Der Standard” und unter Berufung auf Informationen von Stiftungsräten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt ORF soll auch ORF 2 noch im Dezember diesen Jahres in hochauflösender Bildqualität starten.

Als Grund hierfür werden die Kulturprogramme vermutet, die bereits seit einigen Jahren in HDTV produziert werden.
ORF-Sprecher Pius Strobl wollte den Start allerdings noch nicht bestätigen: “Es ist noch nicht gesichert, wann wir ORF 2 auf HD umstellen.” Es sei aber klar, dass HDTV “die Technologie der Zukunft ist”.

Bereits seit Juni 2008 ist ORF 1 hochauflösend empfangbar. Der Kanal wechselte vor Kurzem auf einen neuen Astra-Transponder, der auch Platz für ORF 2 bietet. Bislang noch nicht in HDTV produzierte Sendungen und Formate, wie z.B. die ZiBs, sollen vorerst technisch auf HD hochgerechnet werden.

Verschlüsselung bei ARD/ZDF langfristig unvermeidlich

Der bayerische Medienminister Siegfried Schneider (CSU) hält eine allgemeine Verschlüsselung auch des gebührenfinanzierten Fernsehens in Deutschland langfristig für unvermeidlich und sieht darin zudem erhebliches Einsparpotential. “Vor allem die Anbieter von Premiumrechten, seien es Hollywoodspielfilme oder Sportereignisse, werden künftig auf die Verschlüsselung drängen oder sich den freien Empfang teuer bezahlen lassen”, so Schneider in einem Interview mit dem Branchendienst DIGITAL FERNSEHEN.

Nach Meinung von Schneider müssen gebührenfinanzierte Programme für den Gebührenzahler zwar frei empfangbar sein, was durchaus aber auch über eine Verschlüsselung nach österreichischem Beispiel machbar sei. Jedoch verhindere in Deutschland eine emotionale Herangehensweise an das Thema die sachliche Diskussion über deren Vor- und Nachteile. So könne der ORF durch den auf Österreich begrenzten Erwerb von Senderechten erheblich Kosten einsparen.

Die dann durch die Verschlüsselung eingesparten Gelder müssten laut Schneider dem Gebührenzahler zugute kommen, da das Programm und die neue Übertragungstechnik finanziert blieben. Allerdings betont Schneider auch, dass die Verschlüsselung die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) nicht überflüssig mache.

ARD und ZDF lehnen Verschlüsselung ab

“Grundsätzlich lehnen ARD/ZDF die Verschlüsselung ihrer Programme generell ab”. Dies erklärte der ARD-Sprecher Harald Dietz gegenüber DIGITAL FERNSEHEN in einem Interview, das morgen unter www.digitalfernsehen.de veröffentlicht wird.

Wie bekannt übertragen der Österreichische Rundfunk (ORF) und das Schweizer Fernsehen (SF) ihre Programme verschlüsselt. Dennoch werde es keine Probleme mit dem ORF und dessen Erwerb der HDTV-Rechte für die Fußball-WM geben, so Dietz. “Wie schon im Vertrag für die WM 2006 haben sich ARD/ZDF auch für den Vertrag über die WM 2010 das Recht zur unverschlüsselten Satellitenübertragung gesichert”. Zudem seien ARD und ZDF berechtigt, die Spiele in HDTV-Qualität auszustrahlen.

Keine Zusatzgebühr für HDTV bei ARD und ZDF

Nach einem Bericht des Handelsblatts erwarten die Öffentlich-Rechtlichen Sender mit der geplanten, kostenpflichtigen HDTV-Plattform HD+ einen Vorteil gegenüber den Privatsendern und erhoffen sich hierdurch mehr Zuschauer für ihr Gratisangebot.

“HD+ kann uns einen Wettbewerbsvorteil bescheren”, sagte ZDF-Intendant Markus Schächter beim gestrigen IFA-Auftakt in Berlin. Allerdings ist man auch verärgert und befürchtet eine Verzögerung des Markterfolgs von HDTV “Es gibt ein großes Durcheinander im Markt”, so Schächter. “HD+ sorgt für eine neue Verunsicherung.”

Eine Gebühr für das hochauflösende Fernsehangebot steht für die Öffentlich-Rechtlichen grundsätzlich nicht zur Diskussion. “Wir lehnen eine Verschlüsselung unserer Programme ab”, wie der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust mitteilt.

Aber auch in der Geräteindustrie löst HD+ laut Handelsblatt Unzufriedenheit und Unverständnis aus. So beschweren sich angeblich bereits einige Receiver-Hersteller über eine angebliche Benachteiligung im Wettbewerb zu ausgewählten Dienstleistern von Astra SES. Hier weist man die Kritik jedoch zurück und erklärt, dass jedem Hersteller, der HD+-fähige Receiver bauen wolle, die Spezifikationen zur Verfügung gestellt würden.

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