Archiv für das ‘HD+’-Tag

Das fehlende Plus bei HD+

Seit dem 1. November 2010 verbreitet der Spartensender Sport1 seinen hochauflösenden Ableger über die Satellitenplattform HD+. Der allerdings sehr geringe Anteil an nativen HD-Inhalten führte zu Kritik bei den Zuschauern.

Gegenüber dem Branchendienst DIGITAL FERNSEHEN räumte ein Sprecher des Senders nun ein, dass Sport1 HD sich derzeit noch in der Startphase befinde. Durch entsprechende Investitionen wolle der Sender sicherstellen, “in absehbarer Zeit den Anteil an nativem HD-Programm signifikant ausbauen zu können”. Zudem befinde sich Sport1 “in Gesprächen mit verschiedenen Lizenzgebern und Produktionsfirmen, um das entsprechende Sendematerial künftig in HD-Qualität geliefert zu bekommen”.

So bleibt die Frage, ob ein Sender, der mit hochauflösender Qualität wirbt, aber noch nicht einmal ein Minimum an nativem HD-Content anbietet, hier nicht doch die Konsumenten täuscht? Wo ist das Mehr an HD, das HD+ mit seinem Plus verspricht?

Beim Betreiber HD+ hält man sich in dieser Sache zurück und lässt über seinen Sprecher, Michael Jachan, auf Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN erklären: “HD Plus ist die technische Plattform, die den Sendern ermöglicht, ihre Programme in HD zu zeigen.” Was ein Sender daraus macht, bleibt also ihm überlassen.

Und von dem Vorschlag, native HD-Inhalte zur Unterscheidung zwischen “echtem” und hochskaliertem HDTV klar zu kennzeichnen, ist man seitens HD+ natürlich wenig begeistert, würde es doch beweisen, dass aktuell ein Großteil des über HD+ ausgestrahlten Programms lediglich auf eine höhere Auflösung umgerechnet wird.

sixx ab Dezember 2010 in HD

Die Satelliten-Plattform HD+ erhält zum 1. Dezember 2010 mit dem Frauensender sixx weiteren Zuwachs.

Sixx HD ist dann neben den Schwesterkanälen ProSieben HD, Sat.1 HD und kabel eins HD und den RTL-Sendern RTL HD, VOX HD, Sport1 HD sowie dem ebenfalls am 1. Dezember startenden RTL2 HD der achte Privatsender im Angebot von HD+.

Ein Jahr HD+ und nun?

Nun ist es soweit: Das erste Jahr Gratisnutzung HD+ ist für die Erstabonnenten vorbei oder neigt sich dem Ende zu.

Und wie der Autor Roger Baur in einem Artikel des Blogs klarsicht.mattschiibe.ch treffend feststellt, muss zum ersten Mal in der Fernsehgeschichte des deutschsprachigen Raumes für den Empfang eines werbefinanzierten Privatsenders bezahlt werden: ‘HD+ macht ernst: RTL & Co. wollen Geld sehen‘.

Es stellt sich also die Frage, ob und wie viele der Kunden bereit sind, zukünftig 50 Euro für die Verlängerung ihres Abos bzw. 55 Euro für eine anonyme Smartcard pro Jahr für ein werbefinanziertes Fernsehen in HD-Qualität zu bezahlen.
Die aktuellen Umfragen zum Thema HD+, z.B. der Zeitschrift “Audio Video Foto”, sagen aus, dass nur 7 Prozent der befragten Leser bereit sind, ihr Abo zu verlängern. Knapp ein Viertel würde es sich unter der Voraussetzung, dass die monierten Mängel von HD+ beseitigt werden, ggf. noch einmal überlegen.

Doch gerade die umstrittenen und mehrfach kritisierten Aufnahme- und Time-Shifting-Restriktionen, in den Spezifikationen zwar vorgesehen, aber großteils noch nicht umgesetzt, werden kommen. In einem Interview gegenüber dem Medienmagazin dwdl.de erklärt Timo Schneckenburger, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei HD Plus, dass die Beschränkungen nicht als Rückschritt bei der Benutzerfreundlichkeit gesehen werden dürfen. Vielmehr sei das Produkt HD+ ein Fortschritt. “Der Zuschauer bekommt etwas, was er vorher nicht hatte. Wir nehmen den Leuten nichts weg, mit HD+ kommen die Privaten in HD-Qualität zusätzlich zum gesamten Angebot über Astra in die TV-Haushalte”.
Auch seien die Einschränkungen bei den Aufnahmen für viele Leute “gar kein so dramatisches Problem, wie es oft dargestellt wird. Das zeigt auch das Feedback unserer Kunden. Aber natürlich ist es zunächst ungewohnt, wenn eine gelernte Form der Mediennutzung Einschränkungen unterliegt.”
Allerdings sei der momentane Status Quo in punkto Wiedergabe von HD-Aufzeichnungen auch noch nicht der Idealzustand. “Die Aufgabe ist es dem Zuschauer zu ermöglichen, zwischen den Werbeinseln vor und zurückzuspulen. Das ist der Konsens zwischen HD PLUS und den Sendern”, so Schneckenberger.

Also alles gar nicht so schlimm?!
Naja – was bitte schön soll fortschrittlich daran sein, technische Einschränkungen und zusätzliche Kosten trotz Werbung in Kauf zu nehmen? Mit Grundverschlüsselung, Smartcard-Zwang und dem zwingenden Einsatz proprietärer Receiver ergibt sich – zumindest aus Verbrauchersicht – sicher keine zukunftsorientierte Entwicklung.

Es bleibt abzuwarten, wie sich HD+ tatsächlich am Markt platzieren kann. Auch bei HD Plus mag man noch keine konkreten Zahlen bestätigen. “Wirklich belastbare Daten für eine valide Prognose werden wir wohl erst in sechs bis acht Monaten haben”, so Timo Schneckenburger im Interview mit dwdl.de. Aktuell habe der Handel “weit mehr als 300.000 HD+ Receiver und gut fünfstellig CI Plus Module verkauft”.
Damit relativiert sich der im Juli 2010 gegenüber der Presse verbreitete Erfolgskurs: Seinerzeit gab HD Plus an, mehr als eine Million HD+-Karten an den Handel ausgeliefert zu haben.
Im Vergleich zu den ca. 12,5 Millionen Haushalten mit digitalem Satelliten-Empfang, von denen nach neuesten Erhebungen immerhin rund die Hälfte mit HD-fähigen Fernsehern ausgestattet sind, verkümmert der angebliche Erfolg weiter. Und bezogen auf die insgesamt ca. 35,5 Millionen TV-Haushalte ergibt sich ein schwacher Marktanteil von unter einem Prozent.

RTL 2 ab Dezember 2010 in HD

Ab Anfang Dezember 2010 wird nun auch RTL 2 in einer hochauflösenden Variante über die umstrittene Satellitenplattform HD+ ausgestrahlt.

Wie Jochen Starke, Geschäftsführer bei RTL 2, mitteilt, investiere RTL 2 in dieses Projekt, “um Fernsehen noch attraktiver zu machen. Mit dem hochwertigen HD-Standard bieten wir brillante Bilder, die sowohl unsere Zuschauer als auch die Werbekunden begeistern werden. Das ist beste Unterhaltung auf höchstem technischen Niveau”.

Unklar ist jedoch, wie viele Sendungen bei RTL 2 tatsächlich in nativem HD ausgestrahlt werden. Bei eingekauften US-Produktionen dürfte dies am wahrscheinlichten sein. Die bekannten Doku-Soaps und ähnliche Formate werden aber wohl noch eine Zeit lang in Standardauflösung produziert und für die Ausstrahlung auf 1080i hochgerechnet.

Damit ist RTL 2 HD der siebte private Free-TV-Sender im Angebot von HD+. Aktuell senden RTL, Sat. 1, ProSieben, Vox und Kabel eins in HDTV. Ab November soll zudem Sport 1 HD starten.

ZDF-Intendant Schächter kritisiert HD+ scharf

“HDTV ist der neue Fernseh-Standard. Es ist eine Dreistigkeit, dem Publikum dafür ein Abonnement aufzudrücken.”

Mit diesen Worten übt der ZDF-Intendant Markus Schächter in einem Interview mit dem Medienmagazin dwdl.de scharfe Kritik an dem kostenpflichtigen HD-Angebot HD+ von Satellitenbetreiber Astra und den deutschen Privatsendern.

Für knapp 5 Euro im Monat biete das ZDF nach Feststellung von Schächter “ein vielfältiges und hochwertiges Programm rund um die Uhr, dazu drei Digitalkanäle, Online, Teletext und nicht zu vergessen 3sat, Arte, Phoenix und den KiKa. Ich wundere mich schon, dass sich kein Mensch darüber aufregt, dass die Privatsender mal eben fünf Euro für das ganz normale Programm in HD-Qualität kassieren wollen.”
Im Ergebnis dieser Entwicklung sorgt sich Schächter auch um die im europäischen Vergleich ohnehin rückständige Digitalisierung in Deutschland, die durch diese “Maut-Stelle” weiter abgebremst werde.

HD+ von SES Astra ein Flop?

In einer Umfrage des Magazins Sat+Kabel antworteten über 1.200 Leser auf die Frage “Was halten Sie von HD+?” mit einem vernichtenden Urteil.

Über 90 % der Leser bewerteten das Angebot als “Geldschneiderei”. So seien die hochauflösenden Privatprogramme nur gegen Gebühr zu empfangen, obwohl sich die Senderbetreiber und SES Astra bereits weitgehend über Werbespots und Transpondermieten finanzierten.
Kritisiert wurde auch, dass die verlangten Gebühren von 50 Euro jährlich und die zahlreichen Einschränkungen wie Aufnahmeverbote, Archiv-Verweigerung, Time-Shifting-Sperren nach Ansicht der befragten Leser in keinem Verhältnis zu dem gebotenen Inhalt stünden.

Bundeskartellamt ermittelt gegen Privatsender

Am gestrigen Mittwoch hat das Bundeskartellamt mit richterlichem Beschluss Hausdurchsuchungen bei den Privatsendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 durchführen lassen.

Beide Unternehmen stehen im Verdacht gemeinsame Absprachen getroffen zu haben, ihre digital ausgestrahlten Free-TV-Sender nur noch verschlüsselt und gegen zusätzliches Entgelt empfangbar zu machen. Im Weiteren sollen sich die Sender darüber geeinigt haben, durch technische Maßnahmen wie Kopierschutzfunktionen und Anti-Werbe-Blocker die Nutzungsmöglichkeiten der Programmsignale zu beschränken. Leidtragende seien die Kabelnetz- und Satellitenbetreiber sowie mittelbar die Fernsehzuschauer, erklärte eine Sprecherin des Bundeskartellamts.

RTL und ProSiebenSat.1 waren bereits im Jahr 2007 im Visier des Bundeskartellamts und der Staatsanwaltschaft. Damals verhängte die Wettbewerbsbehörde aufgrund kartellrechtswidriger Rabattvereinbarungen Geldbußen von insgesamt 216 Millionen Euro gegen die Werbezeiten-Vermarkter IP Deutschland sowie SevenOne Media der beiden Sendergruppen.

Nach Auffassung einiger Branchenkenner lassen die eingeleiteten Ermittlungen des Bundeskartellamts darauf schließen, dass die beiden Privatsender das nach eigenen Angaben gut angelaufene Geschäft mit HD+ offensichtlich auch für die bislang frei empfangbaren Free-TV-Sender übernehmen wollen.

HDTV-Sender der Privaten im Kabelnetz

Wie bereits Ende Januar angekündigt werden in Kürze zusätzlich zu RTL HD und VOX HD auch ProSieben HD, Sat.1 HD und kabel eins HD im Kabelnetz von Tele Columbus zu empfangen sein.

Damit ist Tele Columbus der erste Kabelnetzbetreiber, der seinen Kunden alle großen Privatsender in hochauflösender Bildqualität anbietet. Bislang konnten diese (in komplettem Umfang) nur über das Satellitenangebot HD+ empfangen werden.

Die Sender sind Teil des digitalen Basispakets, werden also ohne Zusatzkosten zur Verfügung gestellt. Der Empfang der HD-Programme der Privaten ist jedoch nur mit einem speziellen zertifizierten Receiver möglich. Die bekannten Restriktionen hinsichtlich der Vorspulfunktion und der Aufnahmemöglichkeiten wie HD+ müssen auch hier vom Kunden hingenommen werden.

Auch die Kabelnetzbetreiber Primacom und KabelKiosk, das Digital-TV-Kabel-Angebot von Eutelsat, dem viele kleine Kabelnetzbetreiber angeschlossen sind, haben angekündigt, in Kürze RTL HD und Vox HD in ihre Netzen aufnehmen zu wollen.

Für die weiteren Kabelnetzbetreiber wird die Einspeisung der HDTV-Kanäle der Privaten im Laufe dieses Jahres erwartet. So steht Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland nach eigenen Aussagen in Verhandlungen mit RTL und der ProSieben.Sat1-Gruppe. Der zweitgrößte Netzbetreiber Unitymedia hält sich indes noch bedeckt und bei Kabel BW heißt es, dass man zwar prinzipiell an einer Einspeisung der HD-Pendants der Privaten interessiert sei, allerdings nicht die von den Sendern Nutzungseinschränkungen wie z.B. Ad-Skipping an die Kunden weitergeben wolle.

DIW bemängelt HDTV und kritisiert HD+

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist HDTV ist teuer und wenig komfortabel.

Im Ergebnis der Studie kommen die DIW-Experten zu dem Ergebnis, dass die Einführung des HD-Fernsehens auch viele Probleme mit sich bringt: “Die Einführung von HDTV mit dieser Technologie kann auch zu Wettbewerbshemmnissen führen”.

Kritisiert wird die geringe Verbreitung der Technik und die unzureichende Ausstrahlung von HD-Programmen, zu dessen Empfang auch Fernseher und Receiver aufgerüstet oder neu angeschafft werden müssten, was mit erheblichen Kosten verbunden sei. Zudem werde die flächendeckende Verbreitung durch die Verschlüsselung der Privaten behindert, da hier HD+-zertifizierte Receiver nötig seien, die über den Verschlüsselungsstandard CI+ Aufzeichnungen einschränken und verhindern können.

“Wenn HDTV tatsächlich verschlüsselt wird, ist der Zuschauer am Ende der Dumme”, so Dr. Georg Erber, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim DIW. Letzten Endes kommen auf den Zuschauer mehr Kosten und weniger Komfort zu.
Wie der DIW in seiner Studie weiter bemängelt, würden die Filmproduktionsfirmen und Sender zusammen arbeiten, um alle Teile der Verwertungskette zu kontrollieren, woraus sich wiederum problematische Auswirkungen auf den Wettbewerb ergeben könnten.

“In solchen Fällen muss der Staat seine Regulierungsfunktion wahrnehmen”, fordert Dr. Georg Erber. “Die Mittel hat er hier in der Hand.” Sowohl die Landesmedienanstalten als auch Bundeskartellamt müssten prüfen, inwiefern das verschlüsselte HDTV mit den rechtlichen Rahmenbedingungen bzw. den geltenden Rundfunkstaatsverträgen vereinbar sei. Zudem sei, so Erber, “eine regelmäßige Wettbewerbsaufsicht erforderlich, um möglichen wettbewerbswidrigen Einsatz der neuen Technik schnell beenden und ahnden zu können.”

Weiterführende Informationen findet man in der Pressemitteilung des DIW vom 24.03.2010 und im DIW-Wochenbericht 12/2010.

Kabel Deutschland will HDTV-Angebot der Privaten einspeisen

Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) steht mit RTL und ProSiebenSat.1 in Verhandlungen zur Einspeisung der HDTV-Programme der beiden Privatsender.

“Kabel Deutschland befindet sich in Gesprächen mit beiden privaten Sendergruppen bezüglich einer vertraglichen Vereinbarung zur Einspeisung ihrer HDTV-Angebote ins Kabelnetz”, so KDG-Chef Adrian von Hammerstein in einem Interview gegenüber den VDI Nachrichten.

Seit Februar speist KDG Das Erste HD, ZDF HD und Arte HD ein, bislang allerdings nur in den ausgebauten Netzbereichen, was etwa 80 Prozent des KDG-Netzes entspricht. 2010 sollen weitere Anschlüsse modernisiert werden, so dass bis Mitte dieses Jahres laut von Hammerstein nahezu alle Kunden von Kabel Deutschland mit hochauflösendem Fernsehen versorgt werden können. Die nötigen Ausbaumaßnahmen seien bereits angelaufen. “Allerdings: Es wird immer vereinzelte Teilnetze geben, deren Aufrüstung nicht wirtschaftlich wäre”, wie der Unternehmenschef von Kabel Deutschland einräumt.

Im weiteren Interview bestätigte von Hammerstein, dass Kabel Deutschland noch im ersten Halbjahr 2010 ein CI+Modul anbieten werde “und damit einen einfachen und unkomplizierten Zugang zur digitalen Fernsehwelt ermöglichen – auch ohne zusätzlichen Receiver.”

Negativ-Auszeichnung für HD+

Die Computerzeitschrift Chip verleiht dieses Jahr die Negativ-Auszeichnung “Bremse des Jahres” an die HD Plus GmbH.

Üblicherweise würdigt Chip mit den jährlich verliehenen Chip Awards Hersteller, die mit innovativen Produkten die IT-Branche voranbringen. In Ergänzung hierzu wird jedoch auch der Preis die “Bremse des Jahres” als Denkzettel an Unternehmen oder Institutionen vergeben, die den Fortschritt in der digitalen Welt blockieren.

Dieses Jahr darf sich hierüber die HD Plus GmbH freuen, die das Fernsehangebot HD+ mit den hochauflösenden TV-Programmen von RTL, ProSieben, Sat.1, Vox und kabel eins vermarktet.

Zur Begründung heißt es, dass es das Tochterunternehmen des Satellitenbetreibers SES Astra geschafft habe, Deutschland die HD-Laune zu verderben: “Wer HDTV ausbremst, die wichtigste TV-Innovation seit der Einführung des Farbfernsehens, hat sich diesen Preis redlich verdient.”
Die Tatsache, dass Programme über HD+ verschlüsselt ausgestrahlt werden, habe zu massiver Verunsicherung von Verbrauchern und Industrie geführt. Und da nur HD+-zertifizierte Satellitenreceiver diese Programme empfangen können, müssten viele TV-Zuschauer einen zusätzlichen HD-Empfänger kaufen oder auf Nachrüst-Kits, die bislang nicht verfügbar sind, warten.

Weiter kritisiert die Chip-Redaktion die mit dem HD-Empfang der Free-TV-Sender verbundenen Zusatzkosten. “So vereint man die Nachteile von Free- und Pay-TV zu Lasten der Zuschauer: Sie bekommen Werbefernsehen und dürfen auch noch dafür zahlen.” Die Nutzungseinschränkung der HD+-Programme setze dem Ganzen die Krone auf: “Auf Wunsch der Privatsender kann HD+ das Überspringen von Werbung blockieren. Außerdem lassen sich Aufnahmen und sogar zeitversetztes Fernsehen komplett verhindern.”
Somit habe sich laut Chip die HD Plus GmbH den Negativ-Preis “redlich verdient: Wer Kunden und Industrie über die nötige Technik für HDTV so lange im Unklaren lässt, gleichzeitig fragwürdige Gebühren verlangt und auch noch die freie Nutzung der werbefinanzierten Programme beschneidet, braucht sich nicht zu wundern, wenn der Zuschauer am Ende einfach abschaltet.”

Erneut Kritik der Verbraucherzentrale NRW zu HD+

Erneut geraten die beiden großen privaten Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 in die Kritik der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Anlass sind die Pläne von RTL und ProSiebenSat.1, die ihre hochaufösenden Programme in den nächsten Wochen oder Monaten ins Kabelnetz bringen möchten. Während die seit kurzem im Regelbetrieb ausgestrahlten HD-Sender der Öffentlich-Rechtlichen, Das Erste HD und ZDF HD, grundsätzlich unverschlüsselt mit jedem HD-Kabelreceiver zu empfangen sind, werden die scharfen Pendants von RTL, Sat.1, ProSieben, Vox und kabel eins verschlüsselt ausgesendet.
Vermutlich – so die Verbraucherschützer – würde dann der anlässlich der olympischen Winterspiele angeschaffte HD-Receiver hierfür nicht mehr nutzbar sein und der Verbraucher sei zwangsläufig auf ein neues Gerät oder eine Aufrüstung seines alten HD-Receivers angewiesen, sofern dieses Gerät für eine Aufrüstung für HD+ geeignet ist.

Weiterhin sei wahrscheinlich, dass RTL und ProSiebenSat.1 bei einer Verbreitung im Kabel die gleichen Restriktionen sicherstellen wollen, die sie schon bei der Verbreitung über die Satelliten-Plattform HD+ durchgesetzt haben: “Die großen Privatsender wollen den Einstieg in die HD-Verbreitung nutzen, den heimischen Umgang mit ihren Sendungen zu kontrollieren. Bei der HD-Verbreitung über Satellit beispielsweise lassen RTL und Co. zwar eine Aufzeichnung per Festplattenrekorder zu, blockieren aber durch entsprechende Signale den schnellen Vorlauf, um somit ein Überspringen von Werbeblöcken zu verhindern.”

Darüberhinaus ist bereits aus früheren Berichten und Kritiken zu HD+ bekannt, dass es den Fernsehsendern grundsätzlich möglich sein wird, eine Aufzeichnung einer Sendung zu unterbinden oder die Wiedergabe nur für einen begrenzten Zeitraum zu erlauben.
Die Kontrolle über die aufgenommenen Sendungen liegt dann bei den Fernsehsendern und nicht mehr beim Zuschauer.

Aus diesen Gründen lehnt die Verbraucherzentrale NRW “diese Eingriffe der werbefinanzierten Privatsender bei der privaten Programmaufzeichnung grundsätzlich ab. Darüber hinaus fordert sie ein Ende der Verschlüsselung von werbefinanzierten Vollprogrammen, unabhängig vom Verbreitungsweg und unabhängig davon, ob die Verbreitung in Standardqualität SDTV oder hochauflösend in HDTV erfolgt.”

Den konsequenteren Weg gehen die Schweizer: So möchte das Schweizer Ministerium für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) das Recht auf freie Receiverwahl beim digitalen Fernsehempfang gesetzlich verankern lassen. Mit dem Gesetz soll sichergestellt werden, dass TV-Zuschauer einen frei im Handel angebotenen Receiver benutzen können und nicht auf die Geräte der TV-Anbieter, also proprietäre Technologien, angewiesen sind. Damit will man auch das deutsche Szenario verhindern, dass beispielsweise für Sky und HD+ unterschiedliche Empfangsgeräte benötigt werden.
Das geplante Gesetz geht aber noch weiter. Falls Anbieter von digitalem Fernsehen nicht auf eine Verschlüsselung verzichten, sollen sie verpflichtet werden, mindestens 50 Fernsehprogramme anzubieten, die auch mit frei erhältlichen Receivern empfangbar sind.
Noch ist dieses Gesetz noch nicht in Kraft und es bleibt fraglich, ob es in dieser Form verabschiedet wird. Für die Interessen der Verbraucher wäre es sicher ein richtungsweisender Weg.

Die Pressemeldung der Verbraucherzentrale NRW kann unter www.vz-nrw.de im Beitrag ‘Zwickmühle für Kabelkunden: Freude über Winter-Olympiade in scharfen HD-Bildern könnte bald getrübt werden‘ nachgelesen werden.

Infoseite zu Nachrüstlösung für HD+

Mitte des letzten Monats hat das reelblog berichtet, dass eine Nachrüstlösung für HD+ ab Mitte 2010 erhältlich sein soll.

Die angekündigte Informations-Website, über die man sich über das Angebot bzw. die Verfügbarkeit passenden HD+-CI-Moduls für ältere HDTV-Receiver informieren kann, ist ab sofort unter http://www.hd-plus-modul.de erreichbar.

Reel-Multimedia ist in der Liste der Hersteller, die “bereits zugesagt [haben] den Empfang von HD+ auf den unten genannten HD Receivern mit CI Slot zu ermöglichen”, nicht aufgeführt.

Wie bereits berichtet, soll es auch eine softwarebasierte Möglichkeit geben, um HD+ auf der ReelBox Avantgarde aktivieren und freischalten zu können – einen internen Cardreader und eine HD+-Karte vorausgesetzt.

Nachrüstlösung für HD+ ab Mitte 2010 erhältlich

Nach einem Bericht von DIGITAL FERNSEHEN soll das als Nachrüstlösung geplante Legacy-Modul für den Empfang der HDTV-Plattform HD+ nur online erhältlich sein.

DIGITAL FERNSEHEN bezieht sich hierbei auf eine Anfrage des Informationsdienstes DIGITAL INSIDER. Dem gegenüber teilte Timo Schneckenburger, Geschäftsführer der HD Plus GmbH, mit, dass die Verbraucher bis Ende Februar über eine Website überprüfen können, ob vom Hersteller ihres bestehenden HDTV-Receivers ein entsprechendes Software-Update für den Empfang von HD+ angeboten wird.
Soweit verfügbar kann dann das zum jeweiligen Gerät passende Modul inklusive HD+-Karte zum Preis von unter 100 Euro gekauft werden. Die Legacy-Module sind voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2010 erhältlich.

HDTV-Testsignal für ProSiebenSat.1

Pünktlich zum Beginn des neuen Jahres wurden die Kanäle von Sat.1 HD, ProSieben HD und Kabel Eins HD mit einer unverschlüsselten Testsequenz bei HD+ aufgeschaltet.

Die neuen HDTV-Sender von ProSiebenSat.1 werden auf Astra 19,2° Ost, Frequenz 11464 Megahertz horizontal (SR 22.000, FEC 2/3, Modulation DVB-S2 – 8PSK) über DVB-S2 ausgestrahlt.

Zum 31. Januar 2010 sollen die hochauflösenden Pendants von Sat.1, ProSieben und Kabel Eins regulär über die Satelliten-Plattform HD+ auf Sendung gehen.

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