Archiv für das ‘Digital Fernsehen’-Tag

Freie Wahl der Empfangsgeräte in Schweiz gefordert

Vielfach verschlüsseln die TV-Kabelnetzgesellschaften die digitalen Signale und zwingen die Nutzer so, ihre speziell auf die Eigenheiten der jeweiligen Plattform vorbereiteten Receiver zu kaufen oder zu mieten.

Der Bundesrat der Schweiz möchte dem Parlament nun eine Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes vorschlagen, die den Nutzern von digitalem Fernsehen die freie Wahl ihrer Set-Top-Box ermöglicht. Allerdings sollen die Anbieter grundsätzlich selbst entscheiden können, wie sie diese Wahlfreiheit gewährleisten wollen; ein Verschlüsselungsverbot ist nicht vorgesehen. Im Fall einer Verschlüsselung sollen die Kabelprovider jedoch verpflichtet werden, den Kunden ein Grundangebot von mindestens 50 Fernsehprogrammen anzubieten, das auch mit frei erhältlichen Geräten empfangen werden kann.

Während die schweizerischen Kabelnetzbetreiber eine Regelung grundsätzlich als unnötig erachten, geht den Konsumentenschutzorganisationen der Gesetzesentwurf nicht weit genug. Sie fordern ein Verschlüsselungsverbot. “BAKOM und Bundesrat kapitulieren vor dem Lobbying der Kabelnetzbetreiber, die nun weiterhin tun können, was sie wollen.”, so Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS (Stiftung für Konsumentenschutz).

Auch in Deutschand sorgen die proprietären Set-Top-Boxen insbesondere der Kabelanbieter seit Jahren für Ärger bei den Verbrauchern. Das Bundeskartellamt ermittelt bereits und prüft, ob das Gerätemonopol der “Zwangs-Set-Top-Boxen” nicht doch als “wettbewerbswidrige Kundenbindung” zu sehen ist.

Bundeskartellamt ermittelt gegen Privatsender

Am gestrigen Mittwoch hat das Bundeskartellamt mit richterlichem Beschluss Hausdurchsuchungen bei den Privatsendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 durchführen lassen.

Beide Unternehmen stehen im Verdacht gemeinsame Absprachen getroffen zu haben, ihre digital ausgestrahlten Free-TV-Sender nur noch verschlüsselt und gegen zusätzliches Entgelt empfangbar zu machen. Im Weiteren sollen sich die Sender darüber geeinigt haben, durch technische Maßnahmen wie Kopierschutzfunktionen und Anti-Werbe-Blocker die Nutzungsmöglichkeiten der Programmsignale zu beschränken. Leidtragende seien die Kabelnetz- und Satellitenbetreiber sowie mittelbar die Fernsehzuschauer, erklärte eine Sprecherin des Bundeskartellamts.

RTL und ProSiebenSat.1 waren bereits im Jahr 2007 im Visier des Bundeskartellamts und der Staatsanwaltschaft. Damals verhängte die Wettbewerbsbehörde aufgrund kartellrechtswidriger Rabattvereinbarungen Geldbußen von insgesamt 216 Millionen Euro gegen die Werbezeiten-Vermarkter IP Deutschland sowie SevenOne Media der beiden Sendergruppen.

Nach Auffassung einiger Branchenkenner lassen die eingeleiteten Ermittlungen des Bundeskartellamts darauf schließen, dass die beiden Privatsender das nach eigenen Angaben gut angelaufene Geschäft mit HD+ offensichtlich auch für die bislang frei empfangbaren Free-TV-Sender übernehmen wollen.

Infokampagne zum Analog-Digital-Umstieg

Nach einer aktuellen Pressemeldung der ARD wird in Kürze eine Informationskampagne zur Digitalisierung der Fernsehhaushalte gestartet. Damit unterstreiche die ARD ihr Ziel, den Analog-Digital-Umstieg im Satellitenbereich zügig voranzutreiben.

“Wir haben uns innerhalb der ARD für einen schnellen Umstieg vom analogen auf digitales Fernsehen im Satellitenbereich ausgesprochen. Priorität haben nun weitere Gespräche mit den Marktakteuren zur Festlegung eines gemeinsamen Abschaltzeitpunktes”, so der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust. Dabei betrachte es die ARD als wichtige Aufgabe, die Zuschauer beim Wechsel in das digitale Fernsehzeitalter zu begleiten und sie über die verschiedenen Empfangsmöglichkeiten des digitalen ARD-Programmbouquets zu informieren.

Wie es weiter heißt, bilden Präsentationen und Informationen auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) vom 4. bis 9. September einen Höhepunkt im Rahmen der Informationskampagne.

BVT/ZVEI fordern vorgezogenen HDTV-Start

In einer gemeinsamen Presseerklärung von BVT (Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V.) und ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) wird ein vorgezogener Start der HDTV-Programme von ARD und ZDF gefordert, und zwar bereits ab dem geplanten Testbetrieb (Showcase) zur IFA im September 2009.

Die fehlenden Inhalte und der nur langsam voranschreitende Übergang zur breit angelegten HDTV-Ausstrahlung in Deutschland könnten zur Konsumbremse werden, so die Befürchtung des ZVEI-Vizepräsident Hans-Joachim Kamp. “Daher erwarten wir insbesondere von den Sendeanstalten, öffentlich-rechtlich wie privat, mit ihren massenwirksamen Programmen, aber auch der Politik entsprechende Unterstützung.”
Willi Klöcker, Vorsitzender des BVT, ergänzt: “Die Forderung des Einzelhandels nach einer umgehenden Ausstrahlung von HDTV besteht weiterhin.”

BVT und ZVEI betonen im Rahmen des gemeinsamen Branchendialogs, dass die Wirtschaft eine schnelle und umfassende Realisierung des Regelbetriebes auch im Sinne eines Konjunkturprogramms als unumgänglich erachtet. Darüber hinaus werden die Kabelnetzbetreiber zur umfassenden Digitalisierung und Einspeisung von HDTV-Programmen in ihre Kabelnetze aufgefordert.

In ersten Reaktionen erklärte ZDF-Koordinator Innovation Office Eckhard Matzel, dass nach dem Showcase im September 2009 zumindest erst einmal kein Standbild, sondern Trailer zur Vorbereitung auf die kommenden HDTV-Ausstrahlungen gezeigt werden sollen.

Von Seiten des Kabelnetzbetreibers Kabel BW wurde mitgeteilt, dass man noch in diesem Jahr mit Video-On Demand starten wolle und dabei auf hochkarätige HD-Inhalte setze.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Arte HD derzeit immer noch nicht eingespeist ist, was Kabel-BW-Pressechef Martin Herkommer mit der fehlenden Verhandlungsbereitschaft von Arte begründet. Der technische Direktor von Arte, Johannes Claes, hingegen stellt laut Information von Digital Fernsehen klar: “Kabel BW kann unser Programm gerne einspeisen, jedoch rund um die Uhr, als Free TV und natürlich ohne Kosten für Arte.”

Das lange Warten auf HDTV

In dem Artikel “Scharfe Fernsehbilder: HDTV in der Warteschleife” des Online-Magazins Netzwelt wird erneut die Frage aufgegriffen, warum es auch fünf Jahre nach der Markteinführung von HDTV in Deutschland immer noch an hochauflösenden Fernsehsendungen mangelt.

Der Durchbruch könnte 2010 erreicht werden: Zur internationalen Funkausstellung im September wollen ARD und ZDF gemeinsam mit dem HDTV-Regelbetrieb in ihren Hauptprogrammen beginnen. Letzte Meldungen lassen vermuten, dass ProSiebenSat.1 und RTL ebenfalls 2010 in die HD-Fernsehwelt einsteigen werden.

Dennoch wird das zögerliche Vorgehen in Sachen HDTV nach wie vor mit der mangelnden Nachfrage nach Empfangsgeräten begründet. Entscheidend hierbei sind allerdings nicht die TV-Geräte, sondern die Set-Top-Boxen. Laut einer Erhebung der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Konsumelektronik vom letzten Jahr besitzen zwar etwa zwölf Millionen Haushalte bereits einen HD-fähigen Fernseher, bislang sind aber erst weniger als eine halbe Million Set-Top-Boxen verkauft worden, die für den Empfang von HDTV erforderlich sind. Fernsehgeräte mit integrierten HD-Tunern haben zur Zeit kaum Marktrelevanz.
Letztlich ist man hier wieder beim vielzitierten Henne-Ei-Prinzip: Ohne größeres Interesse der Kunden an HDTV-Geräten kein Angebot an hochauflösenden Sendungen und ohne adäquate Inhalte kein Kundeninteresse.

Insoweit bleibt die Frage, wie sich HDTV etablieren kann und wird. Ob neben den klassischen Verbreitungswegen über Satellit und Kabel auch IPTV eine ernstzunehmende Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin hat Kabel BW die Einführung von schnellem Internet und eine bundeslandesweite Versorgung mit 100 MBit/s bis Mitte 2010 angekündigt, über die hochauflösendes Fernsehen technisch möglich wäre. Einen weiteren Vorschub könnte die Öffnung und Erweiterung des VDSL-Netzes leisten, sofern die Nutzung nicht auf reines Internet und Telefonie beschränkt bleibt, sondern auch auf die Übertragung von Fernsehsignalen erweitert wird.

Nachfrage nach digitalen HD-Sat-Receivern steigt

Nach einem Bericht von DIGITAL FERNSEHEN hat sich der Absatz von HDTV-fähigen Set-Top-Boxen im vergangenen Jahr um 100 Prozent auf knapp 219.000 verkaufte Geräte gesteigert.

Dabei sind vorallem die Satelliten-Empfangsgeräte erste Wahl der Konsumenten. Vier von fünf der 2008 verkauften HDTV-Receiver empfangen über Satellit. Und mehr als 75 Prozent der rund 530.000 HDTV-Receiver, die seit der Markteinführung von HDTV im Jahr 2005 verkauft wurden, sind Satelliten-Empfangsgeräte.

Auch sonst führt DVB-S mit einem Anteil von knapp 62 Prozent an den gesamt im Handel abgesetzten Digitalreceivern. DVB-T-Receiver folgen mit knapp 30 Prozent und DVB-C-Geräte mit dem verbleibenden Anteil von rund 8 Prozent.

“Satellit bleibt die führende Infrastruktur für digitalen TV-Empfang,” kommentiert Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von Astra Deutschland. “Vor allem im boomenden Segment des hoch auflösenden Fernsehens kann sich Satellit deutlich von den konkurrierenden Infrastrukturen absetzen.”

ASTRA bietet aktuell europaweit fast 70 HDTV-Kanäle. Laut Elsäßer soll dies weiter ausgebaut werden. Man rechne bis 2010 mit einem Kanalwachstum auf über 100 HD-Sender. “Auch in Deutschland wird das Angebot an HD-Inhalten in den nächsten zwölf Monaten via ASTRA stark zunehmen.”, so Elsäßer.

RTL plant vorerst kein HDTV

Bei der Mediengruppe RTL wird in absehbarer Zeit wohl keine Ausstrahlung des Programms in HDTV geben.

Wie eine RTL-Sprecherin auf Anfrage gegenüber DIGITAL FERNSEHEN erklärte, gebe es bisher noch keine Reichweite, durch die sich HDTV refinanzieren ließe. “Die Mediengruppe RTL Deutschland wird erst dann eine Verbreitung in HDTV in Betracht ziehen, wenn in etwa zehn Prozent der Fernsehhaushalte HDTV-fähige Endgeräte stehen.”

Astra plant Ausweitung deutschsprachigen HDTVs

Das HDTV-Angebot auf dem deutschen Fernsehmarkt darf derzeit als eher übersichtlich bezeichnet werden. Der Satellitenbetreiber Astra geht dennoch von einer deutlichen Ausweitung des HDTV-Angebotes in den nächsten Monaten auch in Deutschland aus.

Wie Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von Astra Deutschland in einem Interview gegenüber DIGITAL FERNSEHEN erklärte, gebe es derzeit Gespräche sowohl mit frei empfangbaren als auch Pay TV-Sendern über eine HDTV-Aufschaltung. Bis zum kommenden Jahr sollen mehr als zwölf HDTV-Sender für den deutschen Markt ausgestrahlt werden.

Um welche Sender es sich hierbei konkret handelt, wollte Elsäßer allerdings aufgrund der laufenden Verhandlungen nicht mitteilen. Mit den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF stehen jedoch bereits zwei Kandidaten fest.
Mit Arte HD, Anixe HD, Premiere HD und Discovery HD sind aktuell vier, mit ORF insgesamt fünf deutschsprachige HDTV-Programme via Astra 19.2° Ost zu empfangen. Ab 2010 kommen ARD HD und ZDF HD sowie Eins Festival HD hinzu, über den auch 2009 sog. HDTV-Showcases ausgestrahlt werden sollen.

Ein weiteres Planungsziel des Satellitenbetreibers ist das Vorantreiben der Digitalisierung. “Die Digitalisierung vor allem in Deutschland ist und bleibt eines unserer Hauptziele.”, so Elsäßer. “Programmvielfalt ist nur eine Komponente der Digitalisierung. Hochauflösendes TV, individuelle Programminhalte, intelligente Endgeräte, die Verbindung zwischen linearer und non-linearer Mediennutzung mobiler Satelliten-Anwendungen, interaktives oder mobiles TV sind weitere Aspekte. In all diesen Bereichen sind wir bereits aktiv und werden diese Projekte weiter vorantreiben.”

Premiere erwägt neue Digitalboxen

Nach einem Bericht des Magazins Focus erwägt der Bezahlfernsehsender Premiere den Einsatz neuer Digitalboxen. Wie es weiter heißt, überlege man bei Premiere den Empfang seiner Programme via Satellit zukünftig nur noch über neue, eigene, HDTV-fähige Digitalboxen freizuschalten. Andere und alte Receiver wären demnach nicht mehr Premiere-tauglich; Premiere-Abonnenten müssten dann zwangläufig den neue Premiere-Receiver mieten.

Schon seit längerem ist bekannt, dass der Medienmogul Rupert Murdoch nach seinem Einstieg bei Premiere das digitale Verschlüsselungssystem von Premiere, Nagravision, durch sein eigenes System NDS VideoGuard ersetzen möchte. Im Gegensatz zu Nagravision wurde NDS VideoGuard bislang noch nicht geknackt.
Von Premiere wird der mögliche Receiverwechsel als “reine Spekulation” bezeichnet. Weitere Kommentare werden abgelehnt.

Kabel BW hat bereits auf Murdochs Verschlüsselungssystem umgestellt und vertreibt eigene auf NDS VideoGuard zertifizierte Receiver. Unitymedia und Kabel Deutschland testen und planen ebenfalls die Umstellung der Codierung.

ORF zufrieden mit HDTV-Einführung

Im Juni 2008, also in Abstimmung auf die Fussball-EM und die Olympischen Spiele, begann der ORF mit der Ausstrahlung in HDTV über den Astra-Satelliten. Jetzt, ca. drei Monate später, zeigt sich der Sender mit der bisherigen Entwicklung seit der Einführung des hochauflösenden Fernsehens insgesamt zufrieden.

In einem Interview gegenüber DIGITAL FERNSEHEN erklärte Peter Moosmann, projektverantwortlicher technischer Direktor des ORF, die Reaktionen der Zuschauer seien bisher sehr positv. Die Einführung des HDTV sei auf der ganzen Linie ein Erfolg; der ORF habe beim Thema HDTV die richtige Entscheidung getroffen.

Es sei unter anderem wichtig gewesen die Henne-Ei-Problematik des “Niemand produziert in HD, weil niemand in HD sendet” und “Niemand sendet in HD, weil niemand in HD produziert” zu überwinden.

Der Erfolg zeige sich auch an den steigenden Absatzzahlen bei den HD-fähigen TV-Geräten. Nach Einschätzung von Experten, so Moosmann, werden in absehbarer Zeit zwischen 150.000 und 200.000 HD-Receiver in den österreichischen Haushalten stehen.

ZDF zum Thema HDTV

Zu dem Vorwurf, die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF würden die Einführung von HDTV verzögern, äußerten sich aktuell der ZDF-Intendant Markus Schächter sowie Andreas Bereczky, Produktionsdirektor des ZDF.

So rechtfertigt Schächter die Zurückhaltung in Sachen HDTV: “Im Moment stehen in Deutschland etwa 550.000 Set-Top-Boxen die auch in der Lage sind, HD-Signale zu empfangen. Bei 36 Millionen Haushalten ein verschwindend geringer Prozentsatz von knapp 1,5 Prozent, der allenfalls für den PayTV-Sektor attraktiv sein mag. Das hat ProSiebenSat.1 mit seiner spektakulären HD-Peinlichkeit erfahren. Dort wurde viel zu früh auf etwas gesetzt, was von viel zu wenigen genutzt werden konnte.”

Auf der momentan stattfindenden IFA 2008 erklärte Bereczky, ein “überhasteter und dadurch teurer HDTV-Einstieg” würde bei einem Marktanteil der HDTV-fähigen Empfangsgeräte von noch unter 2% keinen Sinn machen.

Premiere-Programmvorstand Hans Seger will diese Haltung und Argumente nicht nachvollziehen und vergleicht mit dem Start des Farbfernsehens bei dem es auch kaum entsprechende Fernsehgeräte gegeben hätte.

ARD und ZDF wollen die reguläre HDTV-Ausstrahlung ihrer Hauptprogramme ab Februar 2010 in Angriff nehmen, beginnend mit den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Ein Testbetrieb mit einzelnen Showcases sollen 2009 zur Leichtathletik-WM, zur IFA und zu Weihnachten aufgenommen werden.

HDTV – Revolution auf Raten

In einem Artikel des Rheinischen Merkurs vom 07.08.2008 wird unter dem Titel “Revolution auf Raten” in treffender Weise das Dilemma in Sachen hochauflösendes Fernsehen in Deutschland beschrieben.

Rund 25 Prozent der deutschen Haushalte haben einen neuen, hochauflösenden, flachen, farbechten und digitalen Flachbildschirm als Ersatz für den alten Röhrenfernseher angeschafft. Doch wer dann sein Sonderangebot von “Philsonloewpanasung” das erste Mal in Betrieb nimmt, wird meist von schlechter Bildqualität herbe enttäuscht.

Wie es in dem Artikel heißt, rufen laut einem ZDF-Sprecher viele Besitzer eines neuen Flachbildschirms nach dem ersten Anschalten bei der Hotline an und beschweren sich über die Bildqualität. Doch das Problem ist nicht ein defektes Gerät oder ein Fehler der Sender, sondern der Umstand, dass Fernsehtechnik aus dem Jahr 2008 auf ein Fernsehsignal nach dem Standard aus dem Jahr 1967 stößt.

Und selbst wenn wie bei 30 Prozent der deutschen Haushalte auf digitalen TV-Empfang umgestellt ist und digitale Receiver im Einsatz sind, so hat der Zuschauer (und GEZ-Zahler) aufgrund eines mangelhaften Angebots an hochauflösendem Fernsehen eine weiterhin suboptimale Bildqualität auf seinem neuen TV-Gerät.

Die großen deutschen Fernsehsender scheuen bisher die Umstellung auf das hochaufgelöste Digitalfernsehen. “HDTV ist teuer; solange es keine Marktsättigung gibt, können wir die Investition von Gebührengeldern für eine Minderheit von ein paar hunderttausend Haushalten nicht rechtfertigen”, erklärt ein ARD-Sprecher. Und entsprechend konstatiert ein Sprecher des ZDFs: “Wir haben hier ein Henne-Ei-Problem”.

Den ganzen Artikel im Rheinischen Merkur kann man nachlesen unter http://www.merkur.de/2008_32_Revolution_auf_Ra.29519.0.html .

Interessantes zu Arte HD

Am 1. Juli 2008 ist es endlich soweit: Als erster öffentlich-rechtlicher Sender in Deutschland startet der deutsch-französische Kulturkanal arte seinen HDTV-Sender arte HD via Satellit.

In einem Interview des Online-Magazins digitalmagazin.info erklärte arte-Präsident Gottfried Langenstein, dass HDTV für einen Qualitätssender wie arte eine Möglichkeit sei, anspruchsvolle Inhalte auch optisch interessant zu machen. Gerade bei großen Bühnenereignissen wie auch hochwertigen Wissenschafts- und Kulturdokumentationen habe die Zunahme an visueller Kraft auch eine emotionale und inhaltliche Wirkung. In diesen Bereichen produziere arte schon jetzt in hohem Maße in HD.
Wie Langenstein weiter mitteilte, würde nun mit den Umstellungsmaßnahmen innerhalb der Studioproduktion begonnen. In einer Übergangsperiode bis voraussichtlich 2010 sollen die nicht nativen HD-Signale auf HD up-konvertiert werden.

Für die in Frankreich und Deutschland unterschiedliche Ausstrahlung im 1080i-Format bzw. 720p-Format erklärte Langenstein, dass arte den unterschiedlichen Marktbedingungen beider Länder gerecht werden müsse und daher in beiden Ländern auf die marktübliche Norm gegangen sei.
In Frankreich ist 1080i25 Standard für die HD-Ausstrahlung; in Deutschland haben sich die öffentlich-rechtlichen Sender entsprechend der Empfehlung der Europäischen Rundfunk-Union (EBU) auf 720p50 als Standard geeinigt.

Angesprochen auf die Vorreiterrolle von arte HD als öffentlich-rechtlicher Sender gab Langenstein an, dass dies mit der deutsch-französischen Natur zu tun habe. “In Frankreich ist die HDTV-Entwicklung schon wesentlich weiter. Da dort Kabel nur eine Nebenrolle spielt, sind die Telefongesellschaften schon früh aktiv auf breitbandige Verbreitung in HDTV-Qualität umgestiegen.” so der arte-Präsident.

Das Interesse der deutschen Kabelnetzbetreiber an der Einspeisung von arte HD ist bekanntermaßen groß. Wie Langenstein mitteilte, befände sich arte aber gerade erst am Anfang der Gespräche mit den Kabelnetzbetreibern; zunächst seien aber noch wirtschaftliche und technische Eckwerte zu klären.

Eine Verschlüsselung der arte-Ausstrahlung ist laut Langenstein nicht vorgesehen. Arte sei ein öffentlich-rechtlicher Sender, “getragen von den Gebührenleistungen unserer Zuschauer, und wir betrachten es als unsere selbstverständliche Aufgabe, ihnen dafür inhaltlich wie optisch auch die beste Qualität zu liefern.”

Das komplette Interview kann man auf der Homepage der Multimedia-Illustrierten Infosat nachlesen.

ARD plant digitale Qualitätsverbesserung

Zum 19. März will die ARD eine Qualitätsoffensive für ihre digitale Programmfamilie ARD Digital starten, von der dem Sender zufolge alle Zuschauer, die digital übertragene Programme über Satellit (DVB-S) oder Kabel (DVB-C) empfangen, profitieren werden.

Zur Verbesserung der Bildqualität baut die ARD nach eigenen Angaben seine digitalen Übertragungskapazitäten auf den Astra-Satelliten aus. So lassen sich die Datenraten auf den neuen Transpondern bei der Übertragung der Fernsehprogramme insgesamt deutlich steigern. Die Auflösung wird sich hingegen nicht ändern. Bilder in echter HD-Qualität (HDTV) wird es im Regelbetrieb – wie bereits berichtet – im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen voraussichtlich erst ab 2010 mit Beginn der Olympischen Winterspiele geben.

Begrüßt wurden die Pläne der ARD vom Hightech-Verband BITKOM. “Das Fernsehen der Zukunft rückt mit der Ankündigung der ARD ein gutes Stück näher”, so BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. Industrie und Verbraucher seien mit der Produktion und dem Kauf von HD-Fernsehern in Vorleistung gegangen – nun würden auch die Sender nachziehen.

ARD und ZDF senden nur HD ready

Beim Thema HDTV haben sich die beiden Sendeanstalten ARD und ZDF jetzt auf einen Übertragungsstandard mit 720p geeinigt. Damit wurde die gemäß den HDTV-Spezifikationen niedrigste Auflösung gewählt, um so die Programminhalte überhaupt noch mit HDTV betiteln zu dürfen.

Mit dem Wechsel von Standard-PAL (576i) mit 720 x 576 Bildpunkten zu HD ready (720p) mit 1280 x 720 Bildpunkten ergibt sich zwar mehr als eine Verdoppelung der Auflösung, aber bei Flachbild-Fernsehern mit Full-HD-Auflösung (1080i) bei 1920 x 1080 Bildpunkten müssen die Bildinformationen von ARD und ZDF dementsprechend hochskaliert werden.

Die optimale bzw. maximal erreichbare Bildqualität bleibt so sicher unerreicht, auch wenn schon öfter diskutiert wurde, ob 720p in Abhängigkeit vom Programminhalt eine ähnlich gute oder sogar bessere Darstellung erreicht wie 1080i.

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