Archiv für das ‘CI+’-Tag

Ein Jahr HD+ und nun?

Nun ist es soweit: Das erste Jahr Gratisnutzung HD+ ist für die Erstabonnenten vorbei oder neigt sich dem Ende zu.

Und wie der Autor Roger Baur in einem Artikel des Blogs klarsicht.mattschiibe.ch treffend feststellt, muss zum ersten Mal in der Fernsehgeschichte des deutschsprachigen Raumes für den Empfang eines werbefinanzierten Privatsenders bezahlt werden: ‘HD+ macht ernst: RTL & Co. wollen Geld sehen‘.

Es stellt sich also die Frage, ob und wie viele der Kunden bereit sind, zukünftig 50 Euro für die Verlängerung ihres Abos bzw. 55 Euro für eine anonyme Smartcard pro Jahr für ein werbefinanziertes Fernsehen in HD-Qualität zu bezahlen.
Die aktuellen Umfragen zum Thema HD+, z.B. der Zeitschrift “Audio Video Foto”, sagen aus, dass nur 7 Prozent der befragten Leser bereit sind, ihr Abo zu verlängern. Knapp ein Viertel würde es sich unter der Voraussetzung, dass die monierten Mängel von HD+ beseitigt werden, ggf. noch einmal überlegen.

Doch gerade die umstrittenen und mehrfach kritisierten Aufnahme- und Time-Shifting-Restriktionen, in den Spezifikationen zwar vorgesehen, aber großteils noch nicht umgesetzt, werden kommen. In einem Interview gegenüber dem Medienmagazin dwdl.de erklärt Timo Schneckenburger, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei HD Plus, dass die Beschränkungen nicht als Rückschritt bei der Benutzerfreundlichkeit gesehen werden dürfen. Vielmehr sei das Produkt HD+ ein Fortschritt. “Der Zuschauer bekommt etwas, was er vorher nicht hatte. Wir nehmen den Leuten nichts weg, mit HD+ kommen die Privaten in HD-Qualität zusätzlich zum gesamten Angebot über Astra in die TV-Haushalte”.
Auch seien die Einschränkungen bei den Aufnahmen für viele Leute “gar kein so dramatisches Problem, wie es oft dargestellt wird. Das zeigt auch das Feedback unserer Kunden. Aber natürlich ist es zunächst ungewohnt, wenn eine gelernte Form der Mediennutzung Einschränkungen unterliegt.”
Allerdings sei der momentane Status Quo in punkto Wiedergabe von HD-Aufzeichnungen auch noch nicht der Idealzustand. “Die Aufgabe ist es dem Zuschauer zu ermöglichen, zwischen den Werbeinseln vor und zurückzuspulen. Das ist der Konsens zwischen HD PLUS und den Sendern”, so Schneckenberger.

Also alles gar nicht so schlimm?!
Naja – was bitte schön soll fortschrittlich daran sein, technische Einschränkungen und zusätzliche Kosten trotz Werbung in Kauf zu nehmen? Mit Grundverschlüsselung, Smartcard-Zwang und dem zwingenden Einsatz proprietärer Receiver ergibt sich – zumindest aus Verbrauchersicht – sicher keine zukunftsorientierte Entwicklung.

Es bleibt abzuwarten, wie sich HD+ tatsächlich am Markt platzieren kann. Auch bei HD Plus mag man noch keine konkreten Zahlen bestätigen. “Wirklich belastbare Daten für eine valide Prognose werden wir wohl erst in sechs bis acht Monaten haben”, so Timo Schneckenburger im Interview mit dwdl.de. Aktuell habe der Handel “weit mehr als 300.000 HD+ Receiver und gut fünfstellig CI Plus Module verkauft”.
Damit relativiert sich der im Juli 2010 gegenüber der Presse verbreitete Erfolgskurs: Seinerzeit gab HD Plus an, mehr als eine Million HD+-Karten an den Handel ausgeliefert zu haben.
Im Vergleich zu den ca. 12,5 Millionen Haushalten mit digitalem Satelliten-Empfang, von denen nach neuesten Erhebungen immerhin rund die Hälfte mit HD-fähigen Fernsehern ausgestattet sind, verkümmert der angebliche Erfolg weiter. Und bezogen auf die insgesamt ca. 35,5 Millionen TV-Haushalte ergibt sich ein schwacher Marktanteil von unter einem Prozent.

RTL verteidigt Verschlüsselung bei HD-Angebot

Nach Ansicht von Axel Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung bei der RTL-Tochter CBC, “sollte man CI Plus nicht mit HD+ gleichsetzen und schon gar nicht verteufeln, wie von Seiten einiger Verbraucherschützer bereits geschehen. Das führt zu einer unnötigen Verunsicherung der Verbraucher und stellt die eigentliche Behinderung von HDTV in Deutschland dar.”

In einem Interview gegenüber dem Branchendienst “TV Zukunft” erklärt Prahl weiter, dass eine Weiterentwicklung des Standards sinnvoll wäre, “um die Flexibilität in der Nutzung von Inhalten sowohl für die Konsumenten als auch für die Sender weiter zu erhöhen.”

Angesprochen auf die Frage, ob mit HD+ bestehende Receiver nicht unbrauchbar würden, bekräftigt Prahl nochmals die Ankündigung von Astra, “dass für bereits verkaufte HD-Empfänger, die über einen DVB CI-Schacht verfügen, zusätzlich sogenannte Legacy-Module zur Verfügung gestellt werden sollen, mit denen der HD+-Empfang ebenfalls möglich ist”.

RTL glaubt weiterhin an den Erfolg seiner neuen HDTV-Angebote – trotz der Verschlüsselung. HD koste Geld und mit HD+ habe man ein zukunftssicheres und nachhaltiges Modell gefunden, das unter anderem auch eine Refinanzierung dieser Mehrkosten sowie einen ausreichenden Signalschutz gewährleiste, so Prahl.

Einen Kurswechsel in Richtung PayTV sieht Prahl hier nicht und verweist auf ARD und ZDF, “die alleine für die Einführung von HDTV in der laufenden Gebührenperiode 244 Millionen Euro bekommen haben”. RTL müsse solche Investitionen aus eigener Tasche bezahlen. Vielmehr handele es sich bei der Gebühr um eine Servicepauschale, “die Astra von den Kunden erheben wird, mit dem Anschlussentgelt im Kabel vergleichbar. Und hier spricht ja auch keiner von Pay-TV…”

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft will die Mediengruppe RTL flächendeckend in Deutschland verfügbar sein. Beim Plattformbetreiber HD+ bzw. Astra wird November 2009 als Starttermin für den Regelbetrieb angegeben.

Das komplette Interview kann man in der aktuellen Ausgabe 03/09 der “TV Zukunft”, die von der Deutschen TV-Plattform herausgegeben wird, nachlesen.

Privatsender gegen Ad-Skipping bei HD+

ProSiebenSat.1 und RTL bestätigten gegenüber dem Branchenblatt Digital Insider sowie dem Online-Magazin Area DVD ihre Pläne, auf der angekündigten kostenpflichtigen Astra-HDTV-Plattform HD+ das so genannte Ad-Skipping, also das Überspringen von Werbeblöcke bei der Wiedergabe von Mitschnitten, unterbinden zu wollen.

“Wir wollen, dass die Nutzer Sendungen aufzeichnen können. Wir wollen aber auch, dass geschützte Inhalte nicht weiterverbreitet werden oder ein Ad-Skipping möglich ist”, so die Erklärung einer Sprecherin von ProSiebenSat.1 auf Anfrage von Digital Insider.
Und RTL-Sprecherin Bettina Klauser teilt gegenüber Area DVD mit: “Ziel der Mediengruppe RTL ist nicht, Aufzeichnungen zu verhindern. Entscheidend ist, die Umgehung der Werbung zu vermeiden, mit der wir unsere Inhalte finanzieren.”

Allerdings scheint man sich bei RTL noch nicht einig zu sein, ob CI+ bei HD+-zertifizierten Receivern als Zugangssystem gerade in Bezug auf Ad-Skipping eingesetzt werden soll. “Das derzeit oft diskutierte CI+ leistet dies derzeit nicht im von uns gewünschten Umfang. CI+ lässt werbefinanzierten Programmanbietern zum Schutz ihres Geschäftsmodells lediglich die Wahl, Aufzeichnungen zuzulassen oder zu sie unterbinden”, so Klauser. “Trotzdem unterstützen wir den Industriestandard CI+ für den Empfang unserer HDTV-Inhalte, empfehlen dessen Einsatz jedoch nur in Verbindung mit integrierten TV-Geräten ohne Aufzeichnungsfunktion. Aus unserer Sicht wäre eine Erweiterung des CI+ Standards um die benötigten Funktionen daher wünschenswert.”

In einem Beitrag bei heise online zieht man daraus die Schlussfolgerung, “dass aktuelle Receiver, die über ein Firmware-Update und ein sogenanntes Legacy-Modul HD+-tauglich gemacht werden sollen, generell keine HD+-Sendungen aufzeichnen können. [...] Zumindest ist es nach Ansicht von Experten recht unwahrscheinlich, dass ein umgerüsteter Receiver in der Lage wäre, ein Ad-Skipping zu verhindern.”

HDTV bei Schweizer Fernsehen ohne CI+

Das Schweizer Fernsehen SRG SSR wird nach aktuellen Pressemeldungen auf die verbraucherfeindliche Schnittstelle CI+ für seine ab 2012 geplanten sechs HDTV-Kanäle verzichten.

So werden die TV-Zuschauer in der Schweiz die zukünftigen HDTV-Sender mit einem beliebigen CI-Receiver empfangen und ohne Einschränkungen aufzeichnen können. Eine Grundverschlüsselung ist jedoch erforderlich, denn “die SRG SSR idée suisse erwirbt in der Regel bei Fremdproduktionen lediglich die Ausstrahlungsrechte für die Schweiz und muss deshalb die Sendungen bei der Ausstrahlung über Satellit verschlüsselt ausstrahlen”, so Daniel Steiner, Mediensprecher der SRG SSR.

Während die deutschen Privatsender nach wie vor auf CI+ verweisen, da es angeblich das beste Verfahren zur Gewährleistung des Signalschutzes und der Vorgaben der Rechteinhaber sei, zeigen British Sky Broadcasting, größter Anbieter von PayTV in Großbritannien und Irland, und nicht zuletzt jetzt auch die SRG SSR, dass eine uneingeschränkte Nutzung von HDTV-Inhalten sehr wohl möglich ist.

Auch in Sachen Copy-Protection-Massnahmen zeigt die SRG SSR eine klare Position. Dem Vorschlag der European Broadcasting Union (EBU), einem europaweiten Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten, folgend werden derartige Maßnahmen grundsätzlich nicht unterstützt und nur Inhalte ohne Kopierschutz ausgestrahlt.

Beitrag bei ZDF-WISO zum Thema CI+

Der Unmut über die geplante kostenpflichtige Verschlüsselung für das hochauflösende Fernsehen bei den privaten Sendern nimmt weiter zu. Nun hat sich auch das Verbrauchermagazin WISO des ZDF das “Geschäft mit HDTV” bzw. mit CI+ näher angeschaut.

Bezüglich der bereits vielfach angesprochenen Nutzungsbeschränkungen, die im Zuge der Einführung von CI+ zu erwarten sind, kommt der Bericht zu einer treffenden Schlussfolgerung: “Da bekommt das Wort Fernbedienung eine ganz andere Bedeutung: Die Sender steuern aus der Ferne, was der Zuschauer zuhause sehen darf und was nicht und wie lange er seine Aufnahmen überhaupt anschauen kann.”

HD-Fernsehen: Hürdenlauf um Verschlüsselung

HDTV kommt nun endlich in Rollen, wird auf der IFA 2009 in Berlin sicher eines der Schwerpunktthemen sein, und doch droht Ungemach:
Wie es im Artikel ‘Neues Fernsehen in HD: Hürdenlauf um Verschlüsselung’ der Deutschen Presse-Agentur (dpa) so treffend heißt, werden für den Verbraucher erst einmal Mauern vor die schöne neue Fernsehwelt aufgezogen. Die geplante Verschlüsselung von Programm-Angeboten und neue technische Standards im Bereich HDTV könnten für die Fernsehzuschauer zu einem Hürdenlauf werden.

Ob der Verbraucher dies tatsächlich akzeptieren wird, bleibt abzuwarten. Wenn – wie in dem Artikel beschrieben – die Sendeanstalten mit CI+ künftig darüber entscheiden werden, unter welchen Bedingungen und in welcher Qualität der Zuschauer einen Film ansehen und aufnehmen darf, dann müssten die Zuschauer für ein kostenpflichtiges Angebot und einem entsprechenden Mehrwert erst einmal überzeugt werden.

In diesem Zusammenhang darf man auch erstaunt sein über die im Artikel zitierte Aussage von Helmut Stein von der Deutschen TVPlattform, dass dem Zuschauer aber schließlich frei stehe, in welcher Qualität er künftig fernsehen will. “Er muss ja nicht im Sternerestaurant essen, er kann ja auch zu McDonald’s gehen.”

Der gesamte Artikel ist in den Online-Ausgaben nahezu aller großen deutschen Tageszeitungen nachzulesen, u.a. unter sueddeutsche.de.

HD+ für aktuelle Receiver

Nach einer aktuellen Meldung des Medienboten will der Satellitenbetreiber SES Astra auch bestehenden HDTV-Haushalten die Möglichkeit zum Empfang der Programme seiner geplanten Plattform HD+ bieten.

Aktuelle Digital-Receiver und TV-Geräte, die mit einer herkömmlichen Common-Interface-Schnittstelle ausgestattet sind, sollen dazu über ein so genanntes “Legacy-Modul” und ein entsprechendes Software-Update für den Empfang der über HD+ angebotenen Sender kompatibel gemacht werden. Der Umstieg auf ein für HD+ zertifiziertes Endgerät könnte somit für bestehende HDTV-Haushalte möglicherweise entfallen.

Auch Sat+Kabel zeigt sich von den Informationen zur vollständigen Unterstützung von HD+ bei älteren bzw. aktuellen Receivern überrascht. Wie es im entsprechenden Artikel bei Sat+Kabel heißt, sollte der Empfang der neuen HD-Programme von RTL und Vox nach deren Ankündigung aus Gründen des “Signalschutzes” ursprünglich nur für Receiver mit CI+-Unterstützung freigegeben werden.
Sat+Kabel hält es für denkbar, dass RTL zur Vermeidung etwaiger kartellrechtlicher Ermittlungen die Beschränkung auf CI+-Endgeräte vorläufig zur Disposition stellt. Immerhin sprach Astra bei der Ankündigung von HD+ von einer diskriminierungsfreien Plattform. Ob dies auch für die Hardware gilt, bleibt allerdings – wie Sat+Kabel richtig bemerkt – in der weiteren Entwicklung abzuwarten.

ProSiebenSat.1 ab Januar 2010 in HD

Nach RTL und Vox, die ab Herbst 2009 in einer hochauflösenden Version angeboten werden, hat jetzt auch die ProSiebenSat.1-Gruppe HDTV-Pendants für die Programme ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins angekündigt.

Ab Januar 2010 sollen die HD-Programme via Satellit ebenfalls über das HD+-Angebot des Satellitenbetreibers SES Astra ausgestrahlt werden. Somit wird auch das HDTV-Angebot von ProSiebenSat.1 nur gegen zusätzliche Gebühren empfangbar sein.
In der bisherigen SD-Auflösung stehen die Programme weiterhin (je nach Provider) unverschlüsselt zur Verfügung.

“Unsere drei Vollprogramme nun in HD+ anbieten zu können ist ein Meilenstein in Sachen Technik- und Qualitätsangebot an unsere Zuschauer”, erklärt Andreas Bartl, Vorstand German Free TV der ProSiebenSat.1 Media AG, in der offiziellen Pressemitteilung. Das Angebot von HD+ komme für die Sendergruppe “genau zur richtigen Zeit”. Es gebe mittlerweile über 13 Millionen HD-fähige Flachbildschirme in den deutschen Haushalten, sodass die Zuschauer die Sendeinhalte in HD in vollem Umfang genießen könnten.
“Mit der Ausstrahlung der Programme unserer Sendergruppe in hochauflösender Qualität bringen wir die Digitalisierung in Deutschland weiter voran. Jetzt gilt es, neue Inhalte und Angebote für diesen Standard zu entwickeln”, ergänzte Dr. Marcus Englert, Vorstand New Media und Diversifikation der ProSiebenSat.1 Media AG.

ProSieben HD und Sat.1 HD waren bereits von 2005 bis 2008 als erste kommerzielle deutsche, frei empfangbare HDTV-Sender auf Sendung. In der damaligen Begründung zur vorübergehenden Einstellung der HDTV-Kanäle hieß es: “Die HDTV-Nutzung in Deutschland hat sich seit dem Sendestart der beiden hochauflösenden Kanäle im Oktober 2005 nicht wie erhofft entwickelt – bislang sind nur circa 150.000 TV-Haushalte in der Lage, Sat.1 und ProSieben in HD-Qualität zu empfangen”.

In Kritik bleibt indes das von Astra bei HD+ angestrebte Zugangssystem CI+, das von gängigen Common-Interface-Receivern nicht unterstützt wird. Die RTL-Gruppe hat bereits angekündigt, ihre HDTV-Sender nicht über abwärtskompatible CI-Receiver zugänglich machen zu wollen.
Bleibt zu hoffen, dass hier im Sinne des Verbrauchers noch nicht die letzte Entscheidung gefallen ist.

Verbraucherzentrale NRW lehnt CI+ ab

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen lehnt die aktuellen Planungen zu der neuen ASTRA-Plattform HD+ wegen der zuschauerunfreundlichen Eigenschaften von CI+ ab.

“Die Einführung dieser neuen Schnittstellentechnik steht für eine Entwicklung, die an den Interessen des Verbrauchers vorbei geht”, kritisiert Rolf Dahlmann, Technikexperte bei der Verbraucherzentrale NRW.

Mit CI+ ist es möglich den Umgang mit den Sendeangeboten derart kontrollieren, dass beispielsweise wesentliche Funktionen wie Aufzeichnungen eines Programms und die zeitlich versetzte Wiedergabe (Timeshift) unterbunden werden können. Auch die automatische Löschung eines aufgenommenen Spielfilms oder das Vorspulen bei Werbeblöcken kann mit dieser Technik gesperrt werden.

RTL und Vox, die mit ihrem HD-Angebot die Plattform HD+ und damit die CI+-Schnittstelle nutzen möchten, setzen dabei auf eine neue Generation von Receivern, die allerdings derzeit noch gar nicht erhältlich sind und erst im Herbst diesen Jahres in den Handel kommen sollen.
Ein Nachsehen hätten dann die Nutzer aktueller HD-Receiver, da auch ein vorhandener CI-Schacht für CI+ nicht nutzbar ist.

Die resultierende Empfehlung der Verbraucherzentrale NRW, “unbedingt die Entwicklung auf dem schnelllebigen Markt abzuwarten und derzeit keinen HD-Sat-Receiver zu kaufen”, ist allerdings verwunderlich. In dieser Konsequenz würde nur der Erwerb eines HD+-fähigen Receivers bleiben, mit dem die von der Verbraucherzentrale NRW kritisierte Entwicklung erst recht unterstützt würde. Es ist zu bezweifeln, dass dies die richtigen Zeichen sind, will man die Interessen der Verbraucher im Sinne eines Verbraucherschutzes wirklich vertreten.

Mehr hierzu auf der Website der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

HD+ als Auftakt gebührenpflichtigen Fernsehens?

Im Artikel Pro und Contra zum HDTV-Auftritt von RTL und Vox als PayTV beschäftigt sich HD+TV online kritisch mit dem ab Herbst 2009 zur Verfügung stehenden HD-Angebot der Privatsender RTL und Vox.

So ist nicht auszuschließen, dass mit dem neuen kostenpflichtigen Angebot HD+ des Satellitenbetreibers Astra der Beginn gebührenpflichtigen Fernsehens in Deutschland eingeläutet wird. Auch wenn ARD und ZDF ihren HDTV-Betrieb im nächsten Jahr unverschlüsselt starten werden, bleibt festzuhalten, dass auch gebührenfinanzierte Staatssender wie zum Beispiel der österreichische ORF ihr HD-Programm verschlüsseln.

Sehr kritisch werden zudem die speziell für HD+ zertifizierten Digitalreceiver, man spricht auch von Zwangsreceivern, gesehen, die nach bisherigen Informationen wohl mit dem als Zukunftsstandard angesehenen CI-Nachfolger CI+ ausgestattet sein werden.
Die neue Common Interface-Variante CI+ steht insbesondere wegen hoher Zertifizierungskosten und Lizensierungsgebühren und eines voraussichtlich strengen Jugend- und Kopierschutz in der Kritik.

Den vollständigen Artikel kann man in der aktuellen Ausgabe 08/2009 der DIGITAL FERNSEHEN lesen. Hier wird auch das kommende HD+-Szenario näher betrachtet und verschiedene Hersteller von Set-top-Boxen zum neuen Astra-Konzept und zum Thema CI+ befragt.

Mascom kritisiert CI+ scharf

In einem Interview des Online-Magazins digitalmagazin.info kritisiert Heinz Gruber, Geschäftsführer des Modul-Herstellers Mascom, die neue Common Interface-Variante CI+ mit scharfen Tönen.

So würden die Zuschauer durch den von ein paar Firmen angedachten Möchtegern-Standard CI+ total eingeschränkt und entmündigt. “CI+ bedeutet, dass die TV-Sender die totale Kontrolle über das Empfangsgerät haben”, erklärt Gruber.
So hätten Sender wie RTL via CI+ die Möglichkeit zu bestimmen, wie lange eine Aufnahme auf der Festplatte gültig ist und könnten so zum Beispiel Spielfilme nach sieben Tagen automatisch löschen. Weiter sei es möglich, das Überspringen von Werbepausen zu unterbinden, um diese nur noch in Originalgeschwindigkeit wiedergeben zu lassen.
“Falls ein Receiver sich später als hackbar herausstellt, kann er ‘dank CI+’ vom Pay-TV-Anbieter über Satellit deaktiviert werden. Das ist nichts anderes als eine Entwertung, ohne dass sich der Eigentümer wehren kann,” so Gruber weiter.

Realistische Chancen räumt Gruber CI+ allerdings auch nicht ein. Es “trägt lediglich zur weiteren Kundenverwirrung bei und bremst die Digitalisierung.” Gruber hofft nun auf das Bundeskartellamt, das derzeit eine branchenweite Befragung zu CI+ durchführt.

Das komplette Interview kann auf der Homepage von INFOSAT Online nachgelesen werden.

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